Didy Veldman «Les noces», Ricardo Fernando «Le sacre du printemps»

Augsburg

Tanz - Logo

Seit sage und schreibe knapp zehn Jahren harrt das Staatstheater Augsburg schon in Interimsspielstätten aus. Die Hauptbühne logiert im Martini-Park, einem Mix aus Neubaugebiet und alter Industriesubstanz, inzwischen kulturell genutzt. Allein das ist eine bewundernswerte Leistung, für die man die 18 Tänzer*innen des Ensembles und ihren Direktor Ricardo Fernando nicht hoch genug rühmen kann.

Der Chef wiederum zieht die richtigen Konsequenzen aus der Lage: Hohe, bisweilen zu hohe Nachfrage nach der Erfolgsproduktion «Frida» (tanz 1/25)? Dann wird daraus ein Digitalerzeugnis für die VR-Brille gemacht, die man sich leihweise zuschicken lassen kann. Kein Platz fürs Orchester? Dann wird ein Strawinsky-Doppelabend angesetzt, den hochkarätige Einspielungen begleiten. Dazu kuratiert und verfasst Dramaturg Nicolas Léwy ein Programmheft, das Geschichte und Gegenwart verklammert.

Genau das geschieht auch auf der Bühne, zunächst in «Les Noces», inszeniert von der Choreografin Didy Veldman. Die ziemlich universell tanzsozialisierte Niederländerin verwandelt die 1923 von Bronislawa Nijinska uraufgeführten und schon im Original nicht eben feuchtfröhlichen Hochzeitsfestivitäten in ein angemessen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2026
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Dorion Weickmann

Weitere Beiträge
Highlights 6/26

Amsterdam, Den Haag
FESTIVAL & NDT-PREMIERE
Das 1947 gegründete «Holland Festival» ist das größte, älteste und vor allem auch diverseste Festival der Niederlande. Alljährlich sind hier klassische wie zeitgenössische Gastspiele aus den Bereichen Musik, Theater, Film und natürlich auch Tanz zu sehen. Dieses Jahr unter anderem: «Masters of Movement» mit Het Nationale...

Made in NYC

Wer je ein Forsythe-Ballett in der Dresdner Semperoper gesehen hat, erinnert sich an ihn: Houston Thomas war ein schneller, geradezu explosiver Tänzer mit raffiniertem Rhythmusgefühl und federnder Dynamik, er spielte geradezu auf der Grenze zwischen Virtuosität und cooler Moderne. Dresden war seine erste Festanstellung, der junge Amerikaner kam 2013 aus der...

Die Lehrerin: Angélique Willkie

Sie sind Performerin, Sängerin, Dramaturgin, Pädagogin und Dozentin an der Concordia University in Montréal, Kanada. Beim Wiener «ImPulsTanz»-Festival werden Sie zwei Workshops leiten: «Voice & Movement» und «No Neutral Canvas: a personal dramaturgy». Was verstehen Sie unter «persönlicher Dramaturgie»? 
Wir sprechen von der Dramaturgie einer Performance als Prozess...