Melomania

Einst galt Uwe Scholz als absolutes Ausnahmetalent unter den Choreografen – und doch ist er gerade einer jüngeren Generation nicht mehr präsent. Auf seine Spuren gesetzt hat sich Johanna Rau

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Ein sonniger Freitagmorgen im Januar. Im Uwe-Scholz-Ballettsaal der Oper Leipzig sind die Proben für die Premiere von «Mozart/ Rachmaninow» in vollem Gange: Gerade wirbeln die vier Damen aus dem dritten Satz von «Jeunehomme», Mozarts Klavierkonzert Nr. 9, durch den Raum. Es wird an einer Arabesque gefeilt, ein Arm lang ausgestreckt, der andere angewinkelt, beide genau parallel über dem Boden.

«Einen Hauch weiter runter – ja, so!», korrigiert Rémy Fichet, Direktor des Leipziger Balletts (tanz 5/25), der die Probe gemeinsam mit Ballettmeister Sascha Pieper leitet. «Jeunehomme» war das erste Stück, dass Fichet gelernt hatte, als er 2000 als Tänzer ans Leipziger Ballett kam, erzählt er im Gespräch. «Diese Zeit war total intensiv für mich, weil das mein Kennenlernen von Uwe war. Er strahlte unglaublich viel Energie aus, obwohl er so klein und zart war. Vor allem war ich fasziniert von seinen Augen, wie er geschaut hat. So eine beeindruckende Persönlichkeit! Man merkt: Da ist so viel los in diesem Kopf. Ich habe in kurzer Zeit sehr viel Neues entdeckt und gelernt.»

Uwe Scholz‘ besondere Begabung wurde früh gefördert: 1973 noch von John Cranko an dessen Schule angenommen, wird er 1979 ...

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Tanz März 2026
Rubrik: Traditionen, Seite 54
von Johanna Rau

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