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CD des Monats
BUENOS AIRES
Vivaldi lässt schön grüßen. Denn ohne seine programmatischen «Jahreszeiten» ist die Tango-Suite «Las cuatro estaciones porteñas» von Astor Piazzolla kaum denkbar. Das zeigt nicht nur der zeitliche Ablauf, der sich am Vorbild orientiert – wer genau hinhört, wird zumindest im Streicher-Arrangement von Leonid Desyatnikov ab und an ein Originalzitat erkennen, auch wenn der Meister aus Mar del Plata im Grunde ganz andere Töne anschlägt als sein geschätzter Komponistenkollege aus Venedig.

Aber gerade die Unterschiedlichkeit des scheinbar Gleichen macht letztlich den Reiz seines Werkes aus, das uns Frühling, Sommer, Herbst und Winter aus einem anderen Körpergefühl heraus erleben lässt. Violinist Tomás Cotik stammt aus Buenos Aires, dessen Einwohnern Piazzolla auf seine Weise Dank zollt, und er interpretiert den Tango Nuevo wie schon früher auf zartfühlende Weise, ohne seine rhythmische Stringenz jemals zu vernachlässigen. Gerade das Widersprüchliche wird hier Ereignis.

Klar, dass man das stilprägende Bandoneon manchmal vermisst. Aber Ken Selden, der hier auch das Martingal Ensemble leitet, ersetzt in seinen Bearbeitungen das Klangspektrum des Instruments durch ...

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Tanz Juli 2024
Rubrik: Medien, Seite 70
von

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