Goodie fürs Gemüt
Wer hier eintritt, atmet die Musik des Cellos. Mattia Zappa, Cellist im Tonhalle-Orchester, empfängt eine bunte Schar tanzlustiger Menschen. Sie kommen in Rollstühlen, mit Stöcken, Krücken oder nur mit Taschen. Und sie machen sich im dritten Stock der Tonhalle Zürich zum Tanzen bereit: Die einen etwas umständlich, die anderen wendig und schnell. Nicht allen sieht man die tägliche Herausforderung an, die Multiple Sklerose (MS) oder Parkinson an sie stellen. Aber alle stellen sich nun der Herausforderung der beiden Trainingsleiterinnen Clare Guss-West und Lucia Gugerli.
Unser Tanz ist inspiriert vom zügigen, manchmal rockigen Spiel Mattia Zappas. Und von Cathy Marstons Ballett «The Cellist». So spüren wir gegen Ende der Stunde hin einem Tanz von Jacqueline du Pré mit ihrem Ehemann Daniel Barenboim und ihrem Cello nach, und wir versuchen uns in einem Dreitanz, der, wie in Marstons Ballett, nicht aus der Eifersucht geboren wird, sondern aus dem Willen zum Zusammenspiel.
«Connect» heißt das Projekt für Menschen mit neurologischen Herausforderungen. Entstanden ist es auf Initiative der Zürcher Ballettdirektorin Marston, und es wird in Kooperation von Opernhaus Zürich und ...
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Tanz Juni 2024
Rubrik: Praxis, Seite 62
von Lilo Weber
Emanuel Gat
Erst Wagner, jetzt Kanye West – der israelische Choreograf mit Wohnsitz in Südfrankreich nimmt es auch mit Musikkünstlern auf, die schon mal antisemitische Klischees bedienen. Aktuell probt er für «Freedom Sonata», Uraufführung beim «Festival de Marseille»
Sancta
Florentina Holzinger hat den Tanz radikal umgekrempelt. Und jetzt macht sie dasselbe mit...
Ein Märchen: Die Geschwister Hokus und Pokus personifizieren die Magie. Und sie suchen die Nähe zur Macht. Im Bewusstsein, dass sie mit ihren Zauberfähigkeiten ohnehin unantastbar sind, leben sie einen affirmativen Anarchismus. Am Königshof aber geraten sie in eine Intrige: Es gibt eine Revolte gegen das strenge Regelsystem, gipfelnd in einem versuchten...
Wie würde er wohl die Lage beurteilen? Und wem in gewohnter Schärfe die Leviten lesen? Ralph Giordano gehörte zu den streitbarsten Intellektuellen der Bundesrepublik. 1923 als Sohn einer jüdischen Mutter in Hamburg geboren und schon als Zehnjähriger mit dem Vernichtungsfuror des Dritten Reichs konfrontiert, überlebte er in seiner Heimatstadt und wurde nach 1945...
