Bilderwelten
Eine Zeitschrift über Tanz? Das Gegenüber schaut mich verwundert an. Und schon ist man mitten in einem Gespräch über Bewegung, Raum, Körper und Text, Erinnern und Vergessen, Licht und Fotografie. Die Frage für mich als Gestalterin ist: Wie kann man Tanz vom multidimensionalen Theater- oder öffentlichen Raum in die Zweidimensionalität einer Zeitschrift oder eines Buchs übersetzen?
Entscheidend für diese Transformation ist die Fotografie.
Sie und der Tanz haben ein gemeinsames Interesse – der Körper in Bewegung – und eine lange gemeinsame Geschichte, die um die vorletzte Jahrhundertwende beginnt. Sie treffen aufeinander, als sich die Tanzkunst in einer Zeit der Neukonfiguration befindet, entlang der künstlerischen Avantgarden. Fotografie war schon seit ihrer Erfindung etwa fünfzig Jahre früher mit dem Problem beschäftigt, wie sich Bewegung abbilden lässt. Beide haben eine große Intimität und sind zugleich universelle und direkte Formen der Kommunikation, weil sie nicht mit Sprache operieren. Aus einem tiefen gegenseitigen Verstehen ist nicht nur eine Fülle an Bildern entstanden, die das kollektive Tanzgedächtnis bewahrt, sondern auch Modelle für künstlerische Kollaborationen. Ein ...
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Tanz Mai 2024
Rubrik: 30 Jahre tanz, Seite 62
von Marina Dafova
Er hatte erst einen Tag zuvor Berlin verlassen, um auf seinem angestammten Bike Trail vor den Toren von San Francisco in die Pedale zu treten. Sein bester Radsport-Partner hielt seinen Kopf in den Händen, als Jess Curtis am 11. März unter den riesigen Eukalyptusbäumen im malerischen Presidio Park eine Herzattacke erlitt. Im Krankenhaus empfingen ihn seine...
Das Leben ist nur ein Atemzug – diese Weisheit teilt gleich zu Beginn eine Tänzerin mit uns und gibt dem Abend damit ein treffendes Motto. Die sechs jungen Mitglieder der Gauthier Dance Juniors wollen keine Sekunde ihrer Lebenszeit verschwenden und präsentieren mit «Renaissance» endlich ihr Debüt im Stuttgarter Theaterhaus.
Ein Debüt wie ein Paukenschlag, denn Eric...
Sein Urvertrauen in das, was man gemeinhin Schicksal nennt, ist inspirierend. Edward Nunes genießt nach Stationen in Salzburg und Linz sein gegenwärtiges Dasein als Mitglied des Staatstheater Nürnberg Ballett, wo das Publikum ihn seit 2019 feiert. Er blickt optimistisch in die Zukunft, und hat dazu auch allen Grund. Nunes sticht heraus: Er ist ein...
