Im Establishment
Es ist mittlerweile etwas in Vergessenheit geraten, aber: Die Wiege des deutschen Hip-Hop steht in Heidelberg. Mit Protagonist*innen wie Advanced Chemistry, Cora E. und den Stieber Twins war die Universitätsstadt Anfang der Neunziger ein Epizentrum von Rap, B-Boying und Graffiti, nicht zuletzt wegen der hier sehr präsenten US-Armee. Die ist längst abgezogen, Rap wurde Mainstream, während die anderen Elemente des Hip-Hop in den Underground abgewandert sind, und Heidelberg ist wieder das beschauliche Städtchen von früher.
Entsprechend zeugt es von Geschichtsbewusstsein, dass die UNESCO explizit die «Hip-Hop-Kultur in Heidelberg» als Immaterielles Kulturerbe anerkannt hat, zumal hier nicht nur vom Rap ausgegangen wird, sondern von einem Kulturkomplex als Ganzem, der auch Bildende Kunst und Tanz mitdenkt.
Allerdings macht das Ruhrgebiet Heidelberg seinen Ruf streitig. Auch Pottporus denkt ganzheitlich, eine Plattform für Urban Arts, die unter anderem in Herne die Flottmann-Hallen betreibt sowie die weit über den Pott hinaus aktive Streetdance-Gruppe Renegade fördert. Und: Pottporus initiiert das erste Urban Arts Tanzensemble des Landes. Sieben internationale Tänzer*innen erarbeiten ...
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Tanz Mai 2023
Rubrik: Side step, Seite 15
von Falk Schreiber
Deutschland
Augsburg Theater «Dimensions of Dance. Part 4»: «A Fresh Start» des Choreografenteams Iratxe Ansa und Igor Bacovich sowie «Tangata» von Ballettdirektor Ricardo Fernando. martini-Park, 5., 24. Mai Premiere «New Comer», Kammertanzabend mit dem Choreografie-Nachwuchs des Ballett Augsburg. brechtbühne im Gaswerk, 12., 29. Mai «Godani – Goecke – Fernando»:...
Kreative Köpfe verzweifelt gesucht! Es herrschte richtiges Aprilwetter. Auch was die Tanz-Nachrichtenlage betraf. Aus Wien erreichte uns die trostlose Mitteilung, dass Martin Schläpfer auf eine Vertragsverlängerung als Direktor des Wiener Staatsballetts über die Spielzeit 2025/26 hinaus verzichten wird – er begründete das mit der Doppelbelastung als Künstler...
So kann man sich natürlich auch gegen Kritik immunisieren. «Ich wurde geboren als Dichter, als Künstler. Lass’ mir meine Flügel» lässt Marguerite Donlon zu Beginn ihres jüngsten Tanzabends am Theater Osnabrück ein Zitat von Federico García Lorca einspielen und stellt so von vornherein klar: Es geht hier um Kunst, um etwas, das nicht fassbar ist mit den Kriterien...
