Olaf Schmidt «Bluthochzeit»

Lüneburg

Traurige Menschen geistern über Manuela Müllers Bühne. Yerma, die sich ein Kind wünscht und einfach nicht schwanger wird. Die Braut, die einen Mann heiraten soll, den sie nicht liebt, ihr Bräutigam, der ahnt, dass seine Frau einen anderen will. Der Dichter, dessen Begehren Ablehnung und Aggression hervorruft.

Olaf Schmidt hat für «Bluthochzeit» am Theater Lüneburg vier Dramen Federico García Lorcas ineinander verwoben und dazu noch die Biografie des Autors eingeflochten – und so einen Abend der scheiternden Beziehungen, der dysfunktionalen Geschlechterverhältnisse und der zerstörten Hoffnungen geschaffen. Einen Abend der traurigen Menschen.

Im Zentrum steht die titelgebende «Bluthochzeit», Figuren aus «Yerma», «Bernarda Albas Haus» und «Doña Rosita bleibt ledig» tauchen wie Gäste auf der unheilschwangeren Hochzeitsfeier auf. Das ist raffiniert gelöst und geht wahrscheinlich aufs Konto des vom Sprechtheater kommenden Dramaturgen und Co-Regisseurs Boris von Poser. Über diese Struktur hinaus aber übernimmt

Choreograf Schmidt: Alles wird hier über den Tanz erzählt, in genau gearbeiteten Szenen von überraschend großer Bandbreite. Es gibt also einen klassisch schönen Pas de Deux ...

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Tanz 6 2022
Rubrik: Kalender, Seite 40
von Falk Schreiber

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