Koffer packen

Russlands internationale Ballettstars reagieren auf den Ukraine-Krieg.

Entgegen allen Hoffnungen, die Kunstwelt – insbesondere das klassische Ballett – möge von den jüngsten weltpolitischen Ereignissen unberührt bleiben, hat sich die russische Ballettwelt in den ersten Märzwochen dieses Jahres im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts drastisch verändert.

Die beiden größten und prestigeträchtigsten Ballettkompanien des Landes, das Mariinsky-Ballett in Sankt Petersburg und das Moskauer Bolschoi-Ballett (von denen Ersteres besonders tief in der zaristischen Tradition verwurzelt ist), beschäftigen längst zahlreiche internationale Tänzerinnen und Tänzer. Noch vor 15 Jahren wäre ein solcher Nationalitätenmix in Russlands Vorzeigekompanien undenkbar gewesen. Seit rund einer Dekade indes belegt der Zuwachs an ausländischen Mitgliedern die beständige Praxis der Globalisierung und Inklusion innerhalb der russischen Ensembles.

Zwar engagierte das Bolschoi-Ballett bereits in den 1980er-Jahren mit Michael Shannon erstmals einen US-amerikanischen Tänzer, und auch das Mariinsky-Ballett beschäftigte schon vor 20 Jahren einige Tänzerinnen und Tänzer aus dem europäischen Ausland (unter ihnen der italienisch-griechisch-stämmige Fethon Miozzi, der seine aktive ...

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Tanz April 2022
Rubrik: Ukraine-Krieg, Seite 13
von Catherine Pawlick

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