Der bewegte Raum

Das ICC in Berlin als post-utopischer Kunstort

Eine Deep Space Raumstation. Silbriges Metall und schwarze mechanische Flughafen-Anzeigetafeln! Schnell wird man vom Hightech-Koloss verschluckt und steht mitten in einer vergangenen Zukunft: im Internationalen Congress Centrum Berlin. Das ist der spektakuläre Ort, den Thomas Oberender, scheidender Intendant der Berliner Festspiele, im Oktober für das 70-jährige Jubiläum zum Leben erweckt hat, zehn Tage lang. Seit 2014 steht das ICC leer – ein weiteres ignoriertes Juwel im Berliner Portfolio der Ratlosigkeit. Es sei zu teuer im Unterhalt, wird gesagt.

«The Sun Machine is Coming Down» … and We‘re Gonna Have a Party, so heißt das kleine Festival nach einer Songzeile einer frühen Single von David Bowie aus der Planungszeit des ICC. Entworfen von den Berliner Architekten Ursulina Schüler-Witte und Ralf Schüler 20 Jahre nach Kriegsende, war das energiegeladene Meisterwerk zu seiner Eröffnung 1979 ein Bau der Superlative – eines der größten, teuersten Kongresszentren der Welt; eine Antwort auf den Palast der Republik in Ost-Berlin (1976), eine Messe-Cashcow für die Frontstadt West-Berlin und ein architektonisch-technisches Wunderwerk, vergleichbar nur mit dem Pariser Centre Pompidou ...

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Tanz November 2021
Rubrik: Bewegung, Seite 5
von Marina Dafova

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