Kompanie und Stream des Jahres: Nederlands Dans Theater

Hochattraktive Produktionen, weltweit im Angebot: Das Nederlands Dans Theater streamte sich von Erfolg zu Erfolg. Eine großartige Ensembleleistung in allen Disziplinen – als da sind Kunst, Kameratechnik und Kollektivgeist

Programmatische Premieren. Gleich zu Beginn der Saison 2020/21 titelt Emily Molnar jedenfalls noch hoffnungsvoll einen Abend «Endlessly Free» – und ohne Zweifel spricht die neue Direktorin des Nederlands Dans Theater (NDT) damit den wenigen, noch erlaubten Zuschauern im Zuiderstrandtheater in Den Haag aus dem Herzen. Auch zwei Monate später klingt die Botschaft «Dare to Say» noch verhalten optimistisch, während sich kurz vor Jahresende dann Yoann Bourgeois schon mal vorsichtig fragt: «I wonder where the dreams I don’t remember go».

Aussagekräftig auch die Premierentitel der zweiten Spielzeithälfte: «Shadow’s Whisper» nennt sich ein Doppelabend mit Kreationen von Imre und Marne van Opstal und Hofesh Shechter, ein anderer mit alten und neuen Choreografien von Jiří Kylián und Marco Goecke «Souls made apparent». «Mist» wiederum heißt schließlich am Ende der Spielzeit ein Filmprojekt von Damien Jalet, das im Jahr zuvor noch für die Bühne vorbereitet wurde: ein Titel, der sich sowohl im Englischen wie im Deutschen durchaus pandemiebezogen interpretieren lässt.

Was auch immer einem die NDT-Titel bedeuten wollen: Es gab Premieren, es gab so viele Premieren wie geplant; und sie erreichten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: The Winners Are, Seite 131
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
Timothy van Poucke

Zu Beginn der Corona-Krise, während des ersten Lockdowns, war es ganz schön schwierig, in Form zu bleiben. Seitens der Kompanie wurde uns eine Stange und ein Tanzboden zur Verfügung gestellt, damit wir per Zoom von zu Hause aus trainieren konnten. Ich versuchte, eine Weile so Unterricht zu nehmen, merkte aber schon bald, dass das mit meiner normalen Arbeitsweise...

Josep Caballero García

… Eine Arbeit mit Jugendlichen in Düsseldorf, denen ich und meine Kollegin Kamila Kurczewski nie analog begegnet sind.

Produktiv sein müssen und choreografische Gruppenarbeit gewährleisten, um die Lage zu retten? Nein, ich hatte keinen Bock. Ich habe mich eher auf einzelne Proben oder Gespräche konzentriert; erst mal, um einen Raum zu schaffen, in dem jede*r sich...

Schlüsselloch

Ein Tag im Winter 2021. Im Homeoffice. Schriftsteller sind ja seit circa 2500 Jahren im Homeoffice, wir sind gewissermaßen die Gründungsväter des Homeoffice. Man solle das Homeoffice verantwortungsvoll nutzen, hat der Bundespräsident gesagt. Tolstoi konnte das, der hatte sogar 13 Kinder im Homeoffice und hat dabei noch «Krieg und Frieden» geschrieben. Normalerweise...