Das diplomierte B-Girl

Welche Ausbildungsformen werden urbanen Tänzern angeboten, die als Profis arbeiten wollen? Nachgeschaut hat Angela Reinhardt

Ob die ersten B-Boys in den frühen 1970ern je geahnt hätten, dass ihre wilden Schrauben in den Hinterhöfen der Bronx einmal olympisch werden würden, dass es Diplome dafür geben könnte? Heute sehen die Kids die coolen Bewegungen in Popvideos oder auf TikTok, probieren sie in ihrem Jugendzimmer aus und kommen dann ins Tanzstudio, um die Grundlagen zu lernen. Die Autodidakten von damals geben heute ihr Können als Lehrer weiter, aber wo Hip-Hop-Kurse für Kinder oder Amateure überall angeboten werden, da ist der Schritt in die Professionalisierung nicht ganz so einfach.

Als Teil einer modernen Tanzausbildung gehört der Urban Dance schon in einigen Schulen zum Unterricht, manchmal als Zusatzangebot, kontinuierlich aber zum Beispiel in Mannheim bei Dance Professional. Hier bietet Annett Schädlich-Hendrix seit 2010 eine dreijährige Ausbildung zum Profi an, die den Hip-Hop gleichrangig neben Ballett, Modern Dance, Jazz und Improvisation stellt. «Wir wollen eigentlich nichts vorgeben, sondern ihnen alle Zutaten und Werkzeuge an die Hand geben», sagt die Leiterin, die auch immer wieder reine Breakdancer erlebt, die das Freestyle-Element ihres Stiles schätzen lernten und nun den ...

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Tanz Juli 2021
Rubrik: Praxis, Seite 53
von Angela Reinhardt

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Wien
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