Der wilde Mann

Zum Tod von Johann Kresnik, der sich mit seinem «Choreografischen Theater» an individuellen und gesellschaftlichen Lebenslügen abarbeitete.

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Diese Bilder, sie bleiben einem für immer im Kopf: Der Alte mit der Pickelhaube, der zu Mahlers «O Mensch» mit der Kreissäge Babypuppen zersägt; das brennende Herrensakko im Schrank und bald darauf der Kopf einer jungen Frau in der Gasbackröhre; die Blutpumpe an blendendweißen Wänden, dann das blutige Gekröse, das ein Priester in vollem Ornat aus schwappenden Eimern stoisch ein ums andere Mal in den Orchestergraben kippt. Dieses Theater hantiert mit Bildern und grausamen Aktionen; es watet in Kotze, Scheiße und Blut. Dann erst kommt der Tanz.

Der sieht – hoch das Bein in der Chorus Line! – manchmal aus wie in grell-billigen Revuen. Und dann wieder wie dem Expressionismus entliehen. Mit Bewegungsschüben abgewinkelter Gliedmaßen an konvulsivisch ruckenden Rümpfen à la Kurt Jooss, bei dem der Choreograf dieser bewegten Zumutungen, anders als die Protagonistinnen des Tanztheaters, aber gar nicht studiert hat. Sein Theater ist gewalttätig, brutal, laut und aggressiv. Es schont seine Akteure genauso wenig wie die Zuschauer. 

Schinderhannes

Der da so wütend um sich schlägt, der – mal brüllender Despot, mal liebevoller Kümmerer – aus den Tänzerinnen und Tänzern das Letzte an Einsatz und ...

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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Eva-Elisabeth Fischer

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