newcomer: antje velsinger
Ihr Tanz ist Arbeit, stemmt sich gegen Widerstände und fliegt spielerisch leicht davon. Antje Velsinger, die am K3-Zentrum für Choreografie in Hamburg zuletzt ihr Stück «Haus, kein Haus» zur Uraufführung brachte, erkundet den Tanz in allen erdenklichen Dimensionen. «Ich sehe Bewegung nie isoliert, der Körper steht immer in Relation zu etwas anderem.»
Die Choreografin geht architektonisch vor, erschafft mit Soundkünstlerin Katharina Kellermann und der Bühnenbildnerin Janina Arendt einen Ort, an dem sich die Künste verschränken.
Die Bühne ist diagonal ausgerichtet, das Publikum sitzt über Eck, schaut auf zwei über Eck aufgestellte Wände. Seilzüge hängen von der Decke herab.
Eingangs sind Velsinger und ihre Tanzpartnerin Maya Weinberg mit dem Versuch beschäftigt, flexible Stangen in den Boden zu bohren. Videobilder von einem flatternden Zelt im Wind deuten darauf hin, dass es sich um Zeltstangen handelt. Bevor sich ein Sinn erschließt, werden da-raus Peitschen, die pfeifend durch die Luft schnellen. Dabei durchbrechen Bühnenaktion, Sound und Bilder die Logik kontinuierlicher Abläufe, beflügeln die Fantasie, erzeugen Bilder von ganz eigener Sinnlichkeit.
«Haus, kein Haus» ist der ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: menschen, Seite 32
von Irmela Kästner
Morgens aufwachen und nicht wissen, was der Tag, die Woche, das Jahr bringen werden. Danach sehnt sich Mats Ek. Deshalb hört er auf: Der 70. Geburtstag Mitte April hat einen Einschnitt in seinem Künstlerleben markiert. Im Düsseldorfer Opernhaus treffen wir den Schweden zu einem unerwartet persönlichen Gespräch. Mit dem Ballett am Rhein hat er gerade «Rättika»...
Der Stoff, aus dem die Träume sind? Am Ende der Vorstellung greifen die Tänzer und Tänzerinnen jedenfalls nach etwas, das sich einem Zugriff eigentlich entzieht. Und wenn ihre Anstrengung auch kein Ergebnis zeitigt, signalisiert das poetische Bild doch so etwas wie Hoffnung, bevor der Vorhang fällt.
Insofern rundet sich ein Ballett-abend, den Ralf Rossa nicht...
stuttgart_________
colours
Ganz schön wagemutig und ganz schön eindrucksvoll, was Eric Gauthier da erstmals im Theaterhaus auf die Beine stellt: ein dreiwöchiges Festival mit elf Gastkompanien aus aller Welt, mit Uraufführungen und Deutschlandpremieren. Die kanadische Tanzfarbe steuert eine bei, die nie um eine denkwürdige Kreation verlegen ist: Marie Chouinard und...
