chuck morris
Welche Wünsche hat man an den Tanz, und wer ist geeignet, diese zu erfüllen? Was suchen wir allabendlich auf der Bühne? Ein Stück von der Freiheit, eine wirklich gute Idee, ein Bild für den nächsten nächtlichen Albtraum? Und wer kann gar die Fahne der Hoffnung tragen – oder ist es eine Fackel? Wenn jemand für die Hoffnung einstehen kann, dann wohl das Performerinnenduo Chuck Morris, allerdings würde es sie zugleich per Aufführung dekonstruieren. Chuck Morris, das ist ein Künstlerinnenduo unter Männernamen, der an den Filmhelden Chuck Norris erinnert, umweht vom Wilden Westen.
2008 haben sich Cecilie Ullerup Schmidt und Lucie Tuma am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen zusammengefunden, um etwas von alldem zu realisieren: ein Stück von der Freiheit, kluge Ideen, zu eigenwilligen Bildern verspielt. Sie durchstöbern Theorie, Kunst und Popkultur, um sich ebenso wie ihrem Publikum Potenziale und Utopien für eine scheinbar alternativlose Gegenwart einzuräumen.
Wie könnten wir sein, und wie die Welt? Ist wirklich schon alles gesagt oder getan? In ihrer Arbeit als Duo streben sie danach, den Status der Einzelnen aufzuheben, im Möglichkeitsraum des Theaters deklinieren sie ...
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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 153
von Esther Boldt
Sie besitzt das alabasterfarbene Gesicht eines Märchenwesens mit hohen Wangenknochen und schönen, dabei fest entschlossenen Lippen. Im Blick ihrer wachsamen Kinderaugen liegt Ernst, bisweilen Argwohn. Sie neigt dazu, auf Fragen zunächst mit entwaffnender Direktheit zu antworten, um dann, im Nachgang, noch einmal eine diplomatischere Replik zu formulieren. Wie die...
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