aesoon ahn
Seit Oktober 2013 leitet Aesoon Ahn die Korea National Contemporary Dance Company (KNCDC). Ihre Mission ist klar umrissen. Sie soll der Company neuen Elan verleihen, indem sie zeitgenössische Ästhetik, Motive aus der traditionellen Kultur und die Welt von heute in Zusammenhang bringt. In ihrem ersten Stück als Hauschoreografin gelang ihr das überzeugend. «AlreadyNotYet» beschäftigt sich mit dem Übergang zwischen Leben und Tod, mit schamanischen und buddhistischen Bestattungsritualen.
Schlicht und eindringlich, frei von aller Folklore tanzen und spielen die 15 Akteure beeindruckende Szenen, die sich auch mit jüngsten Ereignissen in Verbindung bringen lassen. Die Anspielung gilt dem Fährunglück vom April, als hunderte von Schulkindern ertranken. Natürlich wurde das Stück lange vorher entwickelt, und Ahn choreografiert seit Längerem zum Thema Tod. Doch sie beweist hier einmal mehr, dass sie ein feines Gespür für Befindlichkeiten hat. Gegen Ende gibt es eine Szene, in der ein Jugendlicher in Zeitungskostüm – sozusagen gefangen im und durchdrungen vom medialen Echo der Welt und folglich deprimiert – vom Leben Abschied nimmt.
Nach dem Untergang der Sewol unternahm die südkoreanische ...
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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 151
von Thomas Hahn
Es ist ein Hype. Das Ballett am Rhein ist die deutsche Trend-Kompanie schlechthin, bei ihren Premieren wird die Düsseldorfer Oper zum place to be der Ballett- wie der nordrheinwestfälischen Finanz-Schickeria. Und wie sich das für einen richtigen Hype gehört, braut sich allmählich auch der Gegenhype zusammen. In der letzten Premiere vor der Sommerpause fanden einige...
Natürlich ist das nicht sonderlich originell. Weil der Choreograf und Chef des Balletts am Rhein gegenwärtig mit jedem Preis am Wegesrand ausgezeichnet wird. Macht aber nichts. Denn abgesehen von der allerhöchsten kreativen Qualität, Eleganz, Schönheit und Intelligenz, die seine beiden jüngsten Choreografien von Mahlers 7. Sinfonie und Adriana Hölszkys «Deep Field»...
Ein Nebeneffekt der Aufbewahrung von irgendetwas in einem Raum, den wir Museum nennen, ist das Anwachsen seiner Bedeutung in den Augen des Besuchers, unabhängig davon, ob er sie erkennt oder nicht. Man hat es ausgestellt, dann wird es bedeutend sein. Man hat es gedruckt, dann wird es gut sein. Es kostet 10.000 Euro, dann muss es auch was wert sein. Wenn es der Mühe...
