Zürich: Boyzie Cekwana: «In case of fire, run for the elevator»

Benutzen Sie den Aufzug nur, wenn es brennt. Öffnen Sie Türen und Fenster. Bewahren Sie keine Ruhe, geraten Sie Panik. Es ist alles nur blinder Alarm. Boyzie Cekwana, der ewige Shootingstar der südafrikanischen Tanzszene, glaubt, man müsse die Dinge nur in ihr Gegenteil verkehren, um besser sehen zu können. Er habe einen «wütenden Magen, der gegen den ohrenbetäubenden Lärm der kulinarischen Korrektheit angrollt».

Quält denn der Hunger Afrika? Nein, sagt Cekwana: Afrikaner hungern nur, weil sie keine Batteriehühner essen wollen, auf Gen-Mais verzichten und niemals Nahrung zu sich nehmen würden, die mehr als 100 Kilometer Transportweg hinter sich hat. Die drei Afrikaner auf der Bühne essen pausenlos Strauchtomate und Gurkenscheibe, in Cola getränkt – Durchschnittsnahrung einer Bevölkerung, die kein Geld fürs Essen hat.

Die Bühne teilen sich die drei mit dreierlei lebendem Geflügel, Pute, Huhn und Perlhuhn. In Europa wäre das ein Akt der Barbarei. Stagewatch-Organisationen würden sich sogleich unter Berufung auf den Amtstierarzt um das Wohlbefinden der Tiere kümmern. Den «Theaterformen» in Hannover indes blieben sie fern. Schade, denn wer Hunger hat, sieht manches tatsächlich anders. ...

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Tanz August/September 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 60
von Arnd Wesemann

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