zwei gesichter

Erst hat er die Kontaktimprovisation für die Bühne rehabilitiert, jetzt inszeniert er den Weltuntergang: der Israeli Sharon Fridman

Tanz - Logo

Ein kleiner, unbekannter Ort namens Pardes Hanna war Sharon Fridmans Zuhause in Israel. Heute lebt er Spanien und hat dort sein ers-tes großes Werk «Al menos dos caras» («Mindestens zwei Gesichter») herausgebracht, im Rahmen des «Festival de Otoño en primavera» in Madrid.

Aber wer ist Sharon Fridman, der Künstler? Er stammt wie die meisten seiner männlichen Tänzerkollegen aus einer der vielen Dutzend israelischen Folkloregruppen. Dort muss man einen kleinen Mitgliedsbeitrag entrichten, den seine Mutter aber nicht bezahlen konnte.

Sharon Fridman kommt also von ganz unten, er tanzte sich buchstäblich hoch bei Kompanien wie der von Ido Tadmor, bei Vertigo und der Kibbutz Contemporary Dance Company. Dabei machte er seine Sache so gut, dass er ein Angebot erhielt, das niemand in Israel je ausschlagen würde: Der große Ohad Naharin lud ihn ein, seinen Batshevas beizutreten. Für jeden anderen israelischen Tänzer wäre das die Krönung. Für Fridman nicht. Er verließ sein Land und wurde Mitglied der Percussion-Truppe Mayumana in Madrid, als ihr gerade der Erfolg über den Kopf zu wachsen drohte. Sie musste sich deshalb um eine Touring-Kompanie erweitern und bot Fridman an, bei Choreografie und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2012
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Ora Brafman

Weitere Beiträge
hans van manen

Hans van Manen,
das Amsterdamer Het Nationale Ballet gastiert mit einer Hans-van-Manen-Gala im Festspielhaus Baden-Baden. Das ist doch kein Zufall.
Die Gala ist von langer Hand geplant – nicht von mir, sondern eben von Het Nationale Ballet. Dass sie auch in Baden-Baden zu sehen ist, finde ich schön, steht doch der Ort auch für eine eindrucksvolle Tanztradition. Mich...

[àut]

Samuel Lefeuvre,
Sie waren lange ein Wahrzeichen der belgischen Kompanie Peeping Tom, in der Sie für spektakuläre Sprünge und Stürze bekannt wurden. Wie kam es dazu?
Ich lernte die Choreografen Gabriela Carrizo und Franck Chartier kennen, als wir zusammen in Alain Platels «Wolf» arbeiteten, Chartier und ich als Interpreten, Carrizo als Regieassistentin. Gabriela...

disabled theater

Die jüngste Arbeit des französischen Choreografen Jérôme Bel, Premiere war beim «Kunstenfestivaldesarts» in Brüssel, heißt «Disabled Theater». Der Name beschreibt, wie immer bei Bel, akkurat bereits den Inhalt: ein Stück, gemacht von geistig Behinderten, die allesamt professionelle Performer des Theater Hora in Zürich sind. Es mag überraschen, dass ein Mann, der...