richterspruch: susanne linke...
...schuf 1985 in Zusammenarbeit mit VA Wölfl ihre getanzte Autobiografie «Schritte verfolgen». Bei der Wiederaufnahme des Werks 2007 unterließ sie es, Wölfl weiterhin mitzunennen. Denn es war nicht mehr dasselbe Stück, weil drei Tänzer mehr dabei waren. Also auch nicht mehr dieselbe Choreografie. So argumentierte der bekannte Rechtsanwalt Peter Raue. Für Wölfl, als Bühnenbildner an der Konzeption beteiligt, «ist es aber auch sein Werk», verteidigte ihn die Anwältin Anke Flock, die auch William Forsythe, Sasha Waltz und Constanza Macras vertritt.
Raue malte im Berliner Kammergericht den Teufel an die Wand: «Folgt das Gericht dieser Logik, kann in Zukunft jeder Bühnenbildner, der naturgemäß am Schaffensprozess beteiligt ist, Urheberrechte geltend machen.» Könnte wahr sein. «Schritte verfolgen» gilt als das genuine Vermächtnis der Tänzerin Susanne Linke, ähnlich wie Lutz Försters getanzte Autobiografie «Lutz Förster», das Jérôme Bel ihm unter der Bedingung überließ, den Namen Jérôme Bel nicht mehr zu verwenden.
Wölfl macht es umgekehrt. Er fordert rückwirkend seine entgangenen Tantiemen und die Anerkennung seiner Miturheberschaft. Bevor das Gericht ihm folgt, fällt zwischen den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2011
Rubrik: menschen, Seite 27
von Arnd Wesemann
Tuchfühlung ist ein wunderbares Wort. Die Kleider der beiden fremden
Damen im Aufzug knistern. Wir passen nur zu dritt in die enge Kabine.
Geburtstagsgeschenke baumeln an ihren Handgelenken. Ein Duft von
Narzissen steht in der Luft, die in den vierten Stock gefahren wird. An
der Wohnungstür: schüchternes Klingeln. Die Einladung enthielt das
Versprechen, es würde...
Das Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen richtet vom 3. bis 5. November nach der Idee und dem künstlerischen Konzept der Choreografin Juliane Rößler den sechsten Choreografiewettbewerb «no ballet» aus. Anmeldeschluss ist der 25. Juli.
no-ballet.com
Die Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft lobt unter dem Titel «faktor kunst» fünf mit je 10.000 Euro dotierte...
Der bekennende Voyeur sucht nach Momenten, in denen sich fremdes Leben manifestiert. Er sucht nichts Spektakuläres, nichts wirklich Fremdes, Aufregendes oder Entblößendes – wenn es nur einen Einblick gibt in ein Paralleluniversum, eine andere Realität, eine Alternative zum Wie und Wo des eigenen Lebens. Der bekennende Voyeur – ist er in fremden Wohnungen zu Gast –...
