Weg von Moskau!
Der russische Angriff auf die Ukraine hat eine jahrhundertealte Vorgeschichte, politisch wie auch kulturell. Die Ukrainer sind sich dessen bewusst und rufen die Welt auf, sie zu unterstützen und Russland einen vollständigen kulturellen Lockdown aufzuerlegen. Etwa eine Woche, nachdem Russland einen abscheulichen Krieg gegen mein Land entfesselt hatte, wurde ich von einer Bekannten aus Großbritannien eingeladen, an einer internationalen Konferenz über die Ereignisse in der Ukraine teilzunehmen.
Der Glanzpunkt der Konferenz sollte die Teilnahme ukrainischer und russischer Kulturschaffender sein – der Versuch eines Dialogs zur Versöhnung. Aber wie kann so etwas möglich sein? Wie können wir über Versöhnung mit Repräsentanten eines Landes sprechen, das in diesem Moment meine Heimatstadt bombardiert, meine Mitbürger tötet und Bomben auf unsere Kinder wirft? Worüber kann man in dieser Situation mit Menschen sprechen, denen dieser verbrecherische Staat in Fleisch und Blut sitzt und die die Verantwortung für sein Handeln tragen sollten? Worüber, zum Teufel, können wir jetzt mit ihnen reden? Dann fand ich heraus, dass diese «Versöhnungs»-Konferenz kein Einzelfall war, und dass viele meiner ...
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Tanz 6 2022
Rubrik: Ukraine-Krieg, Seite 44
von Dmytro Ternovyi
Sie sind als kuratierende Tanzdirektoren an den Staatstheatern in Mainz und Kassel tätig. Was, Honne Dohrmann und Thorsten Teubl, ist der Charme dieses Modells?
Honne Dohrmann: Es ermöglicht, verschiedene choreografische Handschriften vorzustellen – und zwar sowohl fürs Publikum als auch für die Tänzer*innen. Ich sehe darin einen ganzheitlichen Ansatz, auch was...
Andris Plucis ist viel herumgekommen in seinem Leben. 1959 in Zürich als Sohn lettischer Eltern geboren, erhielt er seine Ausbildung in Wien und London, bevor er in Bonn eine Tänzerkarriere startete, die ihn später zu Egon Madsen und William Forsythe ans Frankfurter Ballett führte. Zeitweise in Gießen, Würzburg, Darmstadt, Coburg und Ulm als verantwortlicher...
CD des Monats
THE MESSENGER
Unwiederbringlich. Valentin Silvestrov hat «The Messenger» 1996 im Gedenken an seine Frau geschrieben, deren Todesumstände nie wirklich geklärt wurden. Aktuell könnte man seine Komposition für Streichorchester und Synthesizer (oder Piano) allerdings auch als Abgesang auf seine Heimat nehmen, so wie die Klavierklänge aus dem Musikkosmos...
