Unter Freunden
Staßfurt zum Beispiel. Ziemlich genau in der Mitte zwischen Magdeburg und Halle gelegen. Um die 25 000 Einwohner, historische Stadtmauer, Tierpark, ein hübsch restaurierter Wasserturm und die behäbig dahinströmende Bode, eher Flüsschen als Fluss. Ein Städtchen mit großer Vergangenheit, weil Geburtsort des Kalibergbaus. Davon kündet eine Senke in der Ortsmitte: Wo einst Abbau betrieben wurde, kräuselt heute der Wind die Wellen des Stadtteichs. Ringsum erinnern Gedenktafeln und schmucke Häuser an verflossene Phasen des Aufschwungs.
Und dann ist da noch das Salzlandtheater: anstelle eines eigenen Ensembles holt es Gäste und empfängt sie an einem lauschigen, zentral zwischen Burgruine und Bode gelegenen Plätzchen. Lauschig, wenn man von der Hotelruine linkerhand absieht, die seit den 1990er-Jahren vor sich hingammelt. Weil die Bodenplatte darunter gebrochen ist und niemand in das havarierte Gebäude investieren will.
Dafür wird ins Theater investiert, in die Sanierung der Empore, um die 293-Platz-Kapazität zu erweitern. Mitten im Lockdown lässt sich nichts anderes tun. Was hier eigentlich hätte stattfinden sollen, verraten Zettel an der Eingangstür: Eine Lesung mit Wladimir Kaminer – ...
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Tanz Mai 2021
Rubrik: Tanzland, Seite 42
von Dorion Weickmann
Ein Erdling schraubt sich vom Liegen ins Sitzen ins Stehen. Schwefelgelb leuchtet der Horizont, während sich die Silhouette erst in den Raum hineinfräst und dann zusammenknickt, um alle Energien im Buddha-Sitz zu bündeln. Vielleicht sechzig Sekunden später tauchen drei Grazien auf, wie einst die Nymphen in Nijinskys «L’Après-midi d’un faune». Schwarzblau schimmert...
Ist Kultur von Bedeutung? Für die Gesellschaft? Und wenn ja, wie? Man darf ja mal fragen … In Paris geben Emmanuel Macron und seine Regierung in der Covid-Krise zu verstehen, was sie wirklich wertschätzen: Kirchen dürfen öffnen, Theater, Kinos und Museen nicht. Die Empörung der Kulturschaffenden schlug ab März in Verzweiflung um. Bereits 20 Prozent ihrer...
Eine minimale Bewegung öffnet einen maximalen Spielraum. Doch manchmal braucht es dafür eine Schule des Schauens. Auf die feine Geste gelenkt, weitet sich der Blick, macht die Schranken im Kopf durchlässig und entlarvt so das ständige Messen an Normen als unproduktives Scheingefecht. Was für eine Befreiung! Allein die subtil vermittelte Erkenntnis, dass subjektives...
