Ungarn 2021
Die Darstellenden Künste in Ungarn wurden aufgrund der mangelnden staatlichen Fürsorge ganz besonders von der Covid-19-Pandemie getroffen. Während der eineinhalbjährige Ausnahmezustand für diejenigen, die an großen, staatlich subventionierten Häusern engagiert waren, in erster Linie eine mentale Herausforderung darstellte, hat sich die Krise für die in der Freien Szene tätigen Kunstschaffenden vielfach zu einer finanziellen und existenziellen Extremsituation ausgewachsen.
Der Staat hielt nur sehr wenige Hilfsangebote bereit, für eine zweimalige Vorauszahlung von umgerechnet weniger als 1000 Euro mussten Tänzerinnen und Tänzer sich verpflichten, nach der Pandemie fünf unbezahlte Vorstellungen bzw. Unterrichtseinheiten zu geben. Die Ungarische Akademie der Künste stellte im Sommer 2020 Hilfszahlungen von 1000 bis 1500 Euro bereit, doch die bürokratischen Hürden grenzten ans Absurde. Der Verband der Unabhängigen Darstellenden Künste richtete einen Wohltätigkeitsfonds ein, der freiberuflichen Künstlerinnen und Künstlern finanzielle Unterstützung in vergleichsweise geringem Umfang leistete. Nicht wenige Kunstschaffende mussten schmerzlich erfahren, dass kein soziales Sicherheitsnetz sie ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Parkett international, Seite 146
von Andrea Tompa
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