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Man kann auch ein Publikum beglücken, das man kaum Publikum nennen würde, hätte man nie so eine Vorstellung gesehen: Tanz für Kinder unter drei.

Das sind die Zuschauer von morgen. Sie wirken wie heute geboren. Das Publikum sitzt auf Kissen, auf dem Schoß der Mama oder liegt bäuchlings, den Kopf wie eine runde, flaumige Antenne in die Höhe gereckt. Volle Aufmerksamkeit. Für eine Nischenkunst? Nein, es ist die Einsteigerkunst schlechthin. Die Erwachsenen vorn auf der Bühne lassen allerlei passieren, ruhig oder flatterhaft, aber nie zu dramatisch und immer ohne Text. Die beiden Tänzerinnen auf der Bühne gehen nicht, krabbeln auch nicht. Es kommt von ihnen auch kein «Dudududu» und «Bababa».

In T-Shirts, Röckchen und Leggins sehen sie jetzt mal her, ganz freundlich. Dann versenken sie sich ins Spiel. Das Kinn sitzt auf den Knien, die Finger haken sich um die Zehen und ziehen den einen und den anderen Fuß hoch neben den Kopf. Sie kippen hintenüber auf den Rücken. Sie wackeln mit wippendem Po eine Strecke, trippeln dann und rennen auf vier Füßen mit erhobenem Hintern und gesenktem Kopf. Sie kugeln sich, schubsen ein bisschen, klettern aneinander hoch, schaukeln im Sitzen mit auseinandergeklappten Knien, gleiten übereinander und kombinieren sich zu einem Zweikopffüßler.

Reptilisch kommt das Publikum näher
«Kopffüßler» heißt das ...

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Tanz Januar 2012
Rubrik: produktionen, Seite 14
von Melanie Suchy

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