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Breaking gehört zu den Urban Arts, die auch im Theater Fuß gefasst haben. Mehr oder weniger. Nicht überall sind die Strukturen schon offen genug, erläutert Rico Stehfest

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Breaking ist in Paris gerade olympische Disziplin, erstmalig. Na und? Könnte einem trotzdem egal sein. Sollte es aber nicht. Denn es gibt die Endlos-Diskussion darum, ob Breaking nun als Sport anzusehen ist oder als künstlerisches Ausdrucksmittel. «Tanz» muss man das ja nicht unbedingt nennen. Das tut nämlich vor allem dann nicht not, wenn man den Fokus erweitert und einen Blick auf die Urban Arts mit dem Kernelement Hip-Hop wirft. Da entdeckt man plötzlich eine ganz andere Form der Diskussion – Stichwort: Sichtbarkeit. Sichtbarkeit für Breaking, für die Urban Arts ganz allgemein.

Was hier mit Sichtbarkeit gemeint ist, bezieht sich aber, und das ist der interessante Punkt, nicht auf das klassische Audience Development. Das Publikum ist da; die Community lebt ihr Selbstverständnis. Aber an den Rändern dieser Community, den Schnittstellen zu anderen Formen des Tanzes, gibt es noch viel zu viel Reibungsverluste. Das Standing der Urban Arts ist in vielen Bereichen, bei Produzenten und Theaterhäusern, noch unzureichend ausgebildet. Mitunter werden die aktuellen Einflüsse auf zeitgenössische Tanzstile maßlos unterschätzt. Voguing findet ja nicht nur Trajal Harrell prima. Aber Hip-Hop ist ...

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Tanz Juli 2024
Rubrik: Breaking Olympia, Seite 54
von Rico Stehfest

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