Türöffner
Breaking ist in Paris gerade olympische Disziplin, erstmalig. Na und? Könnte einem trotzdem egal sein. Sollte es aber nicht. Denn es gibt die Endlos-Diskussion darum, ob Breaking nun als Sport anzusehen ist oder als künstlerisches Ausdrucksmittel. «Tanz» muss man das ja nicht unbedingt nennen. Das tut nämlich vor allem dann nicht not, wenn man den Fokus erweitert und einen Blick auf die Urban Arts mit dem Kernelement Hip-Hop wirft. Da entdeckt man plötzlich eine ganz andere Form der Diskussion – Stichwort: Sichtbarkeit. Sichtbarkeit für Breaking, für die Urban Arts ganz allgemein.
Was hier mit Sichtbarkeit gemeint ist, bezieht sich aber, und das ist der interessante Punkt, nicht auf das klassische Audience Development. Das Publikum ist da; die Community lebt ihr Selbstverständnis. Aber an den Rändern dieser Community, den Schnittstellen zu anderen Formen des Tanzes, gibt es noch viel zu viel Reibungsverluste. Das Standing der Urban Arts ist in vielen Bereichen, bei Produzenten und Theaterhäusern, noch unzureichend ausgebildet. Mitunter werden die aktuellen Einflüsse auf zeitgenössische Tanzstile maßlos unterschätzt. Voguing findet ja nicht nur Trajal Harrell prima. Aber Hip-Hop ist ...
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Tanz Juli 2024
Rubrik: Breaking Olympia, Seite 54
von Rico Stehfest
In Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Tony Iommi hat der Ballettchef des Birmingham Royal Ballet, Carlos Acosta, ein einzigartiges Triptychon lose zusammenhängender Akte konzipiert, inspiriert durch Iommis Band Black Sabbath und choreografiert von Raul Reinoso, Cassi Abranches und Pontus Lidberg (unter der übergeordneten Leitung des Letzteren).
«Black Sabbath – The...
Mit der Aufnahme von Breaking ins Programm der diesjährigen Olympischen Spiele von Paris hat erstmals ein Tanzsport Eingang in die Reihen der olympischen Wettkampfdisziplinen gefunden. Ursprünglich als «Breakdance» firmierend, gilt dieser Begriff inzwischen als veraltet, wie einer der führenden Vertreter der Szene, DJ Renegade, erst vor Kurzem in einem Interview...
Newcomerin
SMADAR GOSHEN
«Ja», «ken» auf Hebräisch, sagt jemand, der auch «Nein» sagen könnte. Wenn Smadar Goshen in ihrem Solo «Ken» die Bühne betritt, steht ihr Mund offen, stumm. Die rechte Faust ragt in die Luft, «Aaaaa». Kein Schrei, eher die Soloversion eines Chores. Die Spiegelung des Publikums, als Live-Film an der Bühnenrückwand im Stuttgarter Fitz-Theater...
