Ende mit Schrecken

Thierry Malandain inszeniert das Schicksal der Marie-Antoinette in ihrer einstigen Residenz: dem Schloss von Versailles.

Erst fällt die Guillotine im Off, aber deutlich hörbar. Marie-Antoinette ist tot, das Stück ist aus. Dann fällt der Vorhang. Deutlich langsamer als das Fallbeil. Theatervorhang, Lebensvorhang – der Choreograf Thierry Malandain stellt da einen Zusammenhang her. Er hat über seine Titelheldin geschrieben: «Für diese Liebhaberin des Schauspiels fiel der letzte Vorhang der Komödie ihrer Vergnügungen, und er hatte den Klang einer metallenen Klinge.» Malandain interessiert sich für diese Frau, als Mensch.

Als Königin mit all ihrer Einsamkeit, Eitelkeit, Verspieltheit und Melancholie, ihrer Leidenschaft für Musik und Tanz. Marie-Antoinette leidet unter Beziehungsproblemen, der höfischen Etikette, der Erektionsschwäche ihres königlichen Gemahls und der Überwachung durch ihre kaiserliche Mutter Maria Theresia und deren österreichischen Gesandten. Ihr Hang zum Amüsement ist nicht Gegenstand dieses Handlungsballetts, das Malandain mit seiner Kompanie Malandain Ballet Biarritz in Szene setzt, sondern dessen Ausdrucksmittel. Frank-reichs letzte, 1793 hingerichtete Königin liebte den Tanz und holte 1775 Jean-Georges Noverre nach Paris, den großen Reformer des Balletts. Ein kurzes Gastspiel an der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Thomas Hahn