the good side of pain

Zu viel trainiert, zu viel getanzt – schon ist es da, das Zipperlein. Wer dann einfach zur Tablette greift, tut sich gar keinen Gefallen. Hinschauen, hinfühlen und daraus lernen heißt das Rezept, das Abhilfe verspricht

Das Verhältnis zum Schmerz: Aus Sicht der Tänzer ist es ein fortwährender Dialog. Die «gute» Seite des Schmerzes gestattet dem Körper, an seine Grenzen zu gehen, ohne Schaden zu nehmen, indem der natürliche Abwehrmechanismus des Körpers respektiert, nicht ignoriert wird.

Untersucht man das Verhältnis von Schmerz und Tanz, so ist es hilfreich, die jüngste Definition von «Schmerz» anzuerkennen, die von der führenden Instanz auf diesem Forschungsgebiet, der International Association of the Study of Pain (IASP), formuliert wurde: «Schmerz ist eine komplexe Empfindung, die sich als unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung im Zusammenhang mit tatsächlichem oder potenziellem Gewebetrauma äußert oder mit den Begriffen eines solchen Traumas beschrieben wird.» Dieses vitale körperliche Signal zur Vermeidung tatsächlicher oder empfundener Gefahren dient als äußerster Ausgleichsmechanismus auf der Suche nach dem Weg des geringsten Widerstandes beim Anstreben jener höchsten physischen oder emotionalen Vollendung, die im Tanz verlangt wird.

Das Gehirn verspätet sich

Schmerz ist der ultimative Lehrer. Er hält das Nervensystem und die Ambition der Tänzer im Gleichgewicht. Dasselbe ...

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Tanz Mai 2014
Rubrik: praxis, Seite 66
von Peter Lewton-Brain

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