the good side of pain

Zu viel trainiert, zu viel getanzt – schon ist es da, das Zipperlein. Wer dann einfach zur Tablette greift, tut sich gar keinen Gefallen. Hinschauen, hinfühlen und daraus lernen heißt das Rezept, das Abhilfe verspricht

Tanz - Logo

Das Verhältnis zum Schmerz: Aus Sicht der Tänzer ist es ein fortwährender Dialog. Die «gute» Seite des Schmerzes gestattet dem Körper, an seine Grenzen zu gehen, ohne Schaden zu nehmen, indem der natürliche Abwehrmechanismus des Körpers respektiert, nicht ignoriert wird.

Untersucht man das Verhältnis von Schmerz und Tanz, so ist es hilfreich, die jüngste Definition von «Schmerz» anzuerkennen, die von der führenden Instanz auf diesem Forschungsgebiet, der International Association of the Study of Pain (IASP), formuliert wurde: «Schmerz ist eine komplexe Empfindung, die sich als unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung im Zusammenhang mit tatsächlichem oder potenziellem Gewebetrauma äußert oder mit den Begriffen eines solchen Traumas beschrieben wird.» Dieses vitale körperliche Signal zur Vermeidung tatsächlicher oder empfundener Gefahren dient als äußerster Ausgleichsmechanismus auf der Suche nach dem Weg des geringsten Widerstandes beim Anstreben jener höchsten physischen oder emotionalen Vollendung, die im Tanz verlangt wird.

Das Gehirn verspätet sich

Schmerz ist der ultimative Lehrer. Er hält das Nervensystem und die Ambition der Tänzer im Gleichgewicht. Dasselbe ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2014
Rubrik: praxis, Seite 66
von Peter Lewton-Brain

Weitere Beiträge
am limit

Es gibt ihn, den «guten Schmerz». Man nennt ihn auch den «ehrgeizigen Schmerz». Er zeigt an, wann man Grenzen überwindet, der Körper zu neuen Ufern aufbricht, alte Routinen ersetzt werden, neue Erfahrungen entstehen. Fast jeder Tänzer ist besessen von solcher Schmerzerfahrung. Sie verschiebt das Limit der Belastbarkeit. Sie zeigt, dass man besser wird. Sie ist das...

paris: Kinkaleri: «Someone in Hell loves You | All!»

Schon seit bald zwei Jahrzehnten ist das italienische Kollektiv Kinkaleri auf Europas Bühnen zu Hause. Ebenso kontinuierlich forscht die Gruppe – zusammen mit Raffaello Sanzio als die älteste ihrer Art in Italien – an der Dekonstruktion des Sprachlichen, immer in der Absicht, die Grenzen der Genres zu sprengen. Auch ihr jüngstes Projekt, «All!», beschäftigt sich...

aszure barton

Aszure Barton? Nie gehört. Neuss und St. Pölten waren die einzigen Gastspiele von Aszure Barton & Artists im deutschsprachigen Raum. Da breitet sich der Ruhm nicht unbedingt in die nächstgelegenen Metropolen aus und schon gar nicht darüber hinaus. Es braucht professionelle Spürnasen wie Bettina Wagner-Bergelt, als stellvertretende Direktorin des Bayerischen...