Teacher: Marco Santi

Manche werden sich noch an Sie als Tänzer des Stuttgarter Balletts erinnern. Auf jeden Fall kennen Sie viele als Choreograf in Osnabrück und in St. Gallen. Dass Sie inzwischen Achtsamkeit lehren, dürfte den meisten­ dagegen entgangen sein. Sie tun das wahrscheinlich aufgrund eigener Erfahrung.
So ist es. Vor zwei Jahren hatte ich einen Burnout. Gut zwei Jahre lang war ich in psychiatrischer Behandlung, bei der mir vor allem Achtsamkeit geholfen hat.

So sehr, dass ich mich danach entschlossen habe, meine Erfahrungen in einer Form zu vertiefen, die einem selber hilft und sich zugleich mit anderen teilen lässt. Vor Burnout ist niemand gefeit. Eine Psychotherapie hilft nicht allein; man muss schon selber schauen, wie man aus dem Loch, in das man gefallen ist, wieder rauskommt. Anders gesagt: Man muss auf sich achtgeben – und das immer wieder.

Was kann sich ein Außenstehender unter Achtsamkeitspraxis vorstellen?
Es geht darum, wichtige Regeln im Alltag zu haben. Es bedeutet, Geduld zu kultivieren. Bedeutet, Akzeptanz zu entwickeln. Nichts zu bewerten. Loslassen zu können. All das ist nichts Neues. Aber durch die Meditation, durch die tägliche Praxis lernt man, das eigene Leben anders ...

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Tanz Mai 2016
Rubrik: Praxis, Seite 74
von Interview: Hartmut Regitz

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