Tauziehen in Dresden
Bautzner Straße 107, 01099 Dresden – eine Adresse mit höchster tanzhistorischer Priorität. Hier wohnte, wirkte, lebte Mary Wigman, Ikone des Ausdruckstanzes, bedeutsam auch fürs nationale Kulturerbe. Der letzte Mieter des Hauses war die Semperoper, die es als Probebühne und für kleinere Showings nutzte. Seit ihrem Auszug steht es leer, der Eigentümer will es verkaufen. Und das ist der Freistaat Sachsen, der die sanierungsbedürftige Liegenschaft schnellstmöglich losschlagen will.
Einen Interessenten gibt es auch, nur hat der kein Geld für einen Immobilienkauf: Der Verein Villa Wigman für Tanz, vor gut einem Jahr gegründet, möchte das Gebäude der Nutzung zuführen, die es zwischen 1920 und 1942 innegehabt hat, als Wigman mit ihrer Schule hier residierte. Die freie Tanzszene in Dresden braucht dringend Büro, Proben- und Produktionsräume, ein Residenzprogramm könnte auch nicht schaden. Gastkünstler fänden die Mansardenunterkunft in Elbnähe sicher attraktiv.
Bleibt die Frage, wer die Villa kaufen soll. Die Stadt könnte zugreifen, verschleppt aber die Entscheidung, weil sie fürchtet, für die Folgekosten – Sanierung und Unterhalt – aufkommen zu müssen. Der Verein hat nicht nur ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz- und Sportwissenschaftlerin an der Phillips Universität Marburg, ist am 28. April dieses Jahres nach schwerer Krankheit gestorben. Seit 2004 hatte sie dort als Professorin am Institut für Sportwissenschaft und Motologie gelehrt und als Wissenschaftlerin gearbeitet. Sie war Mitglied des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung, außerdem...
Dass ein Parteivorsitzender auf dem gesprayten Parteilogo die Wand hochläuft und einen Salto rückwärts macht, das hat es vermutlich noch nicht gegeben – man stelle sich nur einmal Angela Merkel dabei vor. Raphael Hillebrand ist Tänzer und Choreograf, er hat am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin ein entsprechendes Studium absolviert. Er beschäftigt sich...
Es war eine Begegnung aus dem Zauberbuch der Zufälle. Die Bühnenbildnerin steht mit blauen Händen in der Telefonzelle im Stuttgarter Staatstheater, der Choreograf passt sie ab: «Mit Dir möchte ich arbeiten. Und zwar sofort!» So zielstrebig begann 1982 eine Beziehung, die mehr war als ein Arbeitsverhältnis. In rosalie und Uwe Scholz trafen zwei Seelenverwandte...
