Tanzkongress
Sie sind als kuratierende Tanzdirektoren an den Staatstheatern in Mainz und Kassel tätig. Was, Honne Dohrmann und Thorsten Teubl, ist der Charme dieses Modells?
Honne Dohrmann: Es ermöglicht, verschiedene choreografische Handschriften vorzustellen – und zwar sowohl fürs Publikum als auch für die Tänzer*innen. Ich sehe darin einen ganzheitlichen Ansatz, auch was good governance betrifft. Kuration mag teurer sein als das Chefchoreograf*innen-Prinzip, weil man die Gäste bezahlen muss.
Trotzdem steigen immer mehr Kompanien um, auch weil die Arbeitsweise Entwicklungsmöglichkeiten bietet und interessante, neugierige Tänzer*innen und Choreograf*innen anzieht. Und das kann zu einer Aufwärtsspirale führen. Thorsten Teubl: Für mich hat das Modell viel mit Diversität und Inklusion, mit gelebter Vielfalt zu tun. Den Tänzer*innen geht es vielfach auch um Fragen von Macht, Machtmissbrauch und Dominanz, die in klassischen Hierarchien stärker ausgeprägt sind. Allerdings braucht man sieben bis acht Produktionen und Handschriften pro Jahr, um kuratorisches Denken adäquat umzusetzen. Wir arbeiten deshalb eher wie ein Produktionshaus, nur eben mit festem Ensemble.
Was ist der Benefit?
Dohrmann: ...
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Tanz 6 2022
Rubrik: Praxis, Seite 59
von Dorion Weickmann
DANCE! MOVEMENT IN THE VISUAL ARTS 1880 – 2020
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