Tanzkongress
Sie sind als kuratierende Tanzdirektoren an den Staatstheatern in Mainz und Kassel tätig. Was, Honne Dohrmann und Thorsten Teubl, ist der Charme dieses Modells?
Honne Dohrmann: Es ermöglicht, verschiedene choreografische Handschriften vorzustellen – und zwar sowohl fürs Publikum als auch für die Tänzer*innen. Ich sehe darin einen ganzheitlichen Ansatz, auch was good governance betrifft. Kuration mag teurer sein als das Chefchoreograf*innen-Prinzip, weil man die Gäste bezahlen muss.
Trotzdem steigen immer mehr Kompanien um, auch weil die Arbeitsweise Entwicklungsmöglichkeiten bietet und interessante, neugierige Tänzer*innen und Choreograf*innen anzieht. Und das kann zu einer Aufwärtsspirale führen. Thorsten Teubl: Für mich hat das Modell viel mit Diversität und Inklusion, mit gelebter Vielfalt zu tun. Den Tänzer*innen geht es vielfach auch um Fragen von Macht, Machtmissbrauch und Dominanz, die in klassischen Hierarchien stärker ausgeprägt sind. Allerdings braucht man sieben bis acht Produktionen und Handschriften pro Jahr, um kuratorisches Denken adäquat umzusetzen. Wir arbeiten deshalb eher wie ein Produktionshaus, nur eben mit festem Ensemble.
Was ist der Benefit?
Dohrmann: ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz 6 2022
Rubrik: Praxis, Seite 59
von Dorion Weickmann
Ein Treffpunkt will das Stuttgarter «Internationale Solo-Tanz-Theater Festival» sein, der Wettbewerb steht nicht im Fokus, auch wenn unter den Preisen Residenzen für Attraktivität sorgen. Diese Möglichkeit zum Austausch wird angenommen, wie in diesem Jahr rund 215 Bewerbungen zeigen. Sie reizt auch den Stuttgarter Tänzer und Choreografen Johannes Blattner. «Das...
Sieben hochkarätige Ko-Produzenten haben das Gastspiel «Das Frühlingsopfer / common ground(s)» gestemmt, das Pina Bauschs choreografisches Vermächtnis aus dem Senegal nach Europa zurückholt: mit 38 schwarzen Tänzerinnen und Tänzern unterschiedlichster Prägung, die in drei Auditions in Burkina Faso, Elfenbeinküste und Senegal ausgewählt und von einem achtköpfigen...
Traurige Menschen geistern über Manuela Müllers Bühne. Yerma, die sich ein Kind wünscht und einfach nicht schwanger wird. Die Braut, die einen Mann heiraten soll, den sie nicht liebt, ihr Bräutigam, der ahnt, dass seine Frau einen anderen will. Der Dichter, dessen Begehren Ablehnung und Aggression hervorruft. Olaf Schmidt hat für «Bluthochzeit» am Theater Lüneburg...
