Tänzer des Jahres: Jason Reilly

Der Kanadier wirft sich in jede Rolle, ist ein hinreißender Ballerinenpartner und dabei: die Bescheidenheit in Person

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Für einen Ballettstar fehlt ihm der Glamour: Jason Reilly kann eine grandiose Diva sein, wenn er als Carabosse durch Marcia Haydées «Dornröschen» fegt, aber schon beim Applaus (und er bekommt immer am meisten) ist er wieder der sympathische, freundliche Kollege, der alle anderen nach vorne schiebt und auch mal für die ehrwürdige Choreografin auf den Boden trommelt. Der Kanadier ist der beste Beweis dafür, wie stark die familiäre Atmosphäre in John Crankos Kompanie noch immer lebt.

Sein 25-jähriges Jubiläum feierte Reilly in der vergangenen Spielzeit beim Stuttgarter Ballett, 20 Jahre davon ist er bereits Erster Solist. Man muss nur sein flirrendes, rhythmisch so trickreiches Solo in Jiří Kyliáns «One of a Kind» sehen, um zu wissen, dass von Aufhören keine Rede sein kann. Jedes Jahr fügt er seinem riesigen Repertoire neue Rollen hinzu, zuletzt einen dezent versoffenen Drosselmeier in Edward Clugs «Nussknacker».

Mit 17 kam Reilly aus Kanada, einmal zog es ihn zwischendurch doch zurück aus dem engen Stuttgarter Kessel in die weite Landschaft seiner Heimat, zur Familie, zum Tiefschnee, den Wolkenkratzern Torontos und zum Kanadischen Nationalballett. Er kündigte und blieb dann doch da, ...

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Tanz Jahrbuch 2023
Rubrik: Die Saison 2022/23, Seite 132
von Angela Reinhardt

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