Stuttgart: Paul White, Narelle Benjamin «Cella»
Er war der erste Neuzugang, den das Wuppertaler Tanztheater nach dem Tod von Pina Bausch aufnahm – und Paul White machte sich so gut in deren Stücken, dass der Australier, der ursprünglich für eine Auszeit nach Berlin gekommen war, vielen auffiel: 2014 wählten ihn Kritiker bei der Umfrage dieser Zeitschrift zum «Tänzer des Jahres». Als athletischen, starken Interpreten, der unglaubliche Konzentration und Präzision in seine Auftritte packt, kannte man Paul White auch aus den Produktionen von Tanja Liedtke.
Zwei Jahre lang war er nach dem Tod der Choreografin mit deren Stück «Twelfth Floor» unterwegs. So verwunderte es, dass das Duo «Cella», das White gemeinsam mit der australischen Kollegin Narelle Benjamin erarbeitet hat, mit einer fast esoterischen Situation beginnt. Nebel und Dunkelheit machen die Bühne im Stuttgarter Theaterhaus zu dem engen Raum, auf den der Titel anspielt. Erst allmählich lösen sich die Schemen der am Boden liegenden Tänzer aus dieser kosmischen Dämmerung, an Yoga-Übungen erinnern ihre Bewegungen, bis sie wie die Zeiger einer Uhr ein gemeinsames Zentrum finden und planetenähnlich kreisen.
So wie die Dunkelheit die Tänzer nach und nach aus ihrem Schutz ...
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Sie ist eine dunkel-glühende Schönheit, die jederzeit in ansteckendes Lachen ausbrechen kann; er ein Mann von ästhetischem Körperbau, spirituell angehaucht und mit verspieltem Lächeln. Beide bilden sie seit ihrer gemeinsamen Lehrzeit an der Temple University von Philadelphia während der 1980er-Jahre ein Paar: die Kulturhistorikerin, Choreografin und Performerin...
«Heavy lifting! Ja. Heavy lifting, moaaaah.» Ein kurzes Stöhnen grollt aus Meg Stuarts Kehle. Es ist der Sound des Mitfühlens, denn so klingt, was die Tänzer in diesem Augenblick tun: Sie drücken sich wieder und wieder vom Boden weg, springen, aber mit Körpern, die aussehen wie tropfnass-vollgesogene Säcke. Sinnloser Versuch, mit einer Bewegung die Materialität des...
Am besten betritt man den Dark Room einzeln. Obwohl, so dunkel ist es in dem Raum dann doch nicht, den der Choreograf Jiří Kylián mit seinen Fotos bestückt. Auch ist man nicht ganz allein. In einer Ecke scheint jemand, auf einem Stuhl sitzend, auf all die Objekte aufzupassen, die sich vom Besucher greifen lassen. Beim Nähertreten meint man Sabine Kupferberg zu...
