Spielregeln

Intimitätskoordination ist ein Thema für Tanz und Choreografie. Das allerdings im deutschsprachigen Raum bisher noch wenig Beachtung findet

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Der Pas de deux verlangt eine Berührung am Oberkörper, aber während der Aufführung wird aus dieser Berührung ein allzu eindeutiger Griff an die Brust. Im Drehbuch steht ein «leidenschaftlicher Kuss», aber der Kuss, der dann performt wird, ist nicht leidenschaftlich, er ist glitschig, mit Zunge, vor allem dauert er mehrere Sekunden zu lange.

Im Vorfeld der Produktion wurde eine Szene mit nacktem Oberkörper festgelegt, aber während der Proben kommt der Regisseur auf die Idee, dass es authentischer wirken dürfte, wenn die Hauptdarstellerin nicht nur das T-Shirt auszieht, sondern auch den Slip. Wann immer es in den Darstellenden Künsten um Intimität geht, dann geht es auch darum, die Grenzen zwischen den Darsteller*innen auszuhandeln: Was ist noch in Ordnung, und was nicht? Und für diese Verhandlung gibt es eine Intimitätskoordination.

Intimitätskoordination orientiert sich an den «Fünf C». Fünf Begriffe, die mit dem Buchstaben C beginnen, sind die Grundprinzipien der Organisation intimer Szenen, durchgesetzt sind sie hauptsächlich im Film und hier in erster Linie in Filmproduktionen des angelsächsischen Raumes. Es geht um «Context», also darum, dass die dargestellte Intimität in ...

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Tanz Februar 2024
Rubrik: Praxis, Seite 61
von Falk Schreiber

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