So sehen Sieger aus
Die Ernennung des Trios (La)Horde als Nachfolger von Emio Greco und Pieter C. Scholten an die Spitze des Ballet National de Marseille (BNM) kommt für die französische Tanzwelt überraschend. Wie konnten drei junge Künstler, von denen keiner eine qualifizierte Laufbahn als Choreograf vorzuweisen hat, sämtliche Mitbewerber ausstechen, darunter auch einige Platzhirsche? Die Antwort lautet: Der Wunsch nach frischem Wind war bei den Entscheidern übermächtig. Und den liefern die drei, radikal.
Wer wie sie neue Wege zu beschreiten versteht, ohne dabei ins Stolpern zu kommen, trifft in Frankreichs aktueller Tanzlandschaft auf offene Augen, Ohren und Herzen. (La)Horde gelingt es glänzend, ohne ästhetische Provokation diverse Randgruppen ins Rampenlicht zu schieben. Sie eröffnen neue Blickwinkel auf Tanz und Körper, und das auf überraschende und unterhaltsame Weise. Wer bietet mehr? Hinzu kommt, dass sie sich bestens zu verkaufen wissen, in ihren Stücken wie im Marketing. Das Konzept für das «Kollektiv» (La)Horde wirkt, als käme es direkt aus einem Designstudio für zeitgenössisches Tanzunternehmertum. Marine Brutti, Jonathan Debrouwer, Arthur Harel und die inzwischen ausgeschiedene Céline ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2019
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Thomas Hahn
tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Hartmut Regitz, Dorion Weickmann, Arnd Wesemann
Mitarbeit: Sofie Goblirsch, Marc Staudacher
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel +49 (0)-30-254495-20, Fax -12
redaktion@tanz-zeitschrift.de
www.tanz-zeitschrift.de
Gestaltung & Bildredaktion
Marina Dafova
Anzei...
Die Götter sind unter uns. Wie der Actionheld eines Blockbusters wirft Herkules die Gestalten der Unterwelt von ihren langen Stelzenarmen und -beinen, auf denen sie in der Bayerischen Staatsoper in spindeldürrer Schwärze einherschreiten. Erst danach führt Apoll im strahlend weißen Kaftan das Paar wieder zusammen, das er zuvor bis über die Grenze des menschlich...
Gut Ding will Weile haben, auch in Dresden. Nach langem Tauziehen (tanz 8-9/17) hat sich Dresdens Stadtrat entschieden, die Liegenschaft Bautzner Straße 107 per Erbbaurechtsvertrag in die Hände des Vereins Villa Wigman für Tanz e.V. zu legen. Damit wird das Haus, in dem die Doyenne des Ausdruckstanzes, Mary Wigman, von 1920 bis 1942 ihre Schule unterhielt, wieder...
