Silvana Schröder: «Piaf – La vie en rose» in Gera

Nein, sie empfiehlt sich nicht auf Französisch. Am Ende des Ballettabends stimmt Édith Piaf aus dem Off ein «Heaven Have Merci» an, bevor sich Vasiliki Roussi von der Bühne verabschiedet – «die Sängerin, die öffentliche Person» (wie es im Programmheft im Gegensatz zur «Tänzerin» heißt). Die Augen aufgerissen, das Gesicht bleich, der Mund grotesk verschmiert wie von einem Lippenstift, scheint sie sich schließlich aufzulösen in den Armen ihres tänzerischen Alter Egos: ein in seiner Aussagekraft, auch in seiner Ruhe bewegender Augenblick.

Mit dem gleichen Dankgebet, diesmal unter seinem ursprünglichen Titel «Miséricorde», beginnt der gut zwei Stunden dauernde, pausenlose Abend. Anfangs ist die Sängerin nur zu hören, erst nach und nach arbeiten sich die Hände Vasiliki Roussis durch den Vorhangspalt zu den Zuschauern hindurch – als wolle diese Piaf partout Protagonistin eines Balletts werden. Tatsächlich hat die Piaf einige Jahre vor ihrem Tod 1963 zusammen mit ihrem Manager ein «comédie ballet» entworfen, selbst aber nicht mehr realisiert. Posthum hat Pierre Lacotte «La Voix», die Stimme, choreografiert und 1965 fürs Fernsehen aufgezeichnet. Silvana Schröders «Piaf – La vie en rose» ist ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 38
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
meisterschüler

Seit 2002 bringt die «Rolex Mentor und Meisterschüler Initiative» international bekannte, renommierte Künstlerinnen und Künstler mit jungen Talenten zusammen. Das einjährige Programm zielt darauf, den Dialog zwischen Akteuren aus verschiedenen Generationen zu fördern und auch Kunstrichtungen miteinander zu vernetzen. Nach William Forsythe, Saburo Teshigawara, Anne...

Pinas Spuren

Der erste Blick in den Raum löst Unbehagen aus. Glupschaugen und ein angriffslustiges Maul gehören einem Fisch. Sanfte Fado-Klänge lassen einen vor der hallenhohen Videoprojektion verharren. Schöne bunte Fische. Aber auch sie ist da: Pina Bausch. Sie tanzt vor der blau-grünen Unterwasserlandschaft, sehr verinnerlicht, ihr Solo aus «Danzón». Ein Moment des...

Auditions, Ausschreibungen, Wettbewerbe, Sommerschulen & Workshops

summer schools
Amsterdam: «Amsterdam International Summer School» for advanced to professional dancers (age 15–21): «Bournonville Week», 11–16 July; «Two-week Intensive» with Ballet masters from Dutch National Ballet Academy, 18–29 July
Infos: nationalballetacademy.nl

Amsterdam: «Amsterdam Summer Intensive» der Henny Jurriëns Foundation, mit u. a. Yen-Ching Lin (Akram...