Sehr schräg: Skid technique

Damien Jalet, Sie haben unlängst das Film-Remake von «Suspiria» choreografiert (tanz 11/18) und unterrichten jetzt «Skid Technique» – worunter man eigentlich das Lenken und Bremsen eines Autos auf Eis oder bei Aquaplaning versteht.

Auch den Transport gefällter Bäume vom Berg ins Tal nennt man so. Wir, der Tänzer Aimilios Arapoglu und ich, trainieren auf einer um 34 Grad geneigten Ebene, die 2017 für die GöteborgsOperans Danskompani entstand. Mein Stück, das auf einer solchen vierzig Quadratmeter großen Rampe stattfand, hieß einfach «Skid».

Und die Technik hilft, auf dieser Schräge überhaupt tanzen zu können. Wozu ist das gut?

Man beugt sich automatisch nach hinten, und der Körper findet bewusst aus dem Beckenboden und der Rückenmuskulatur zu einer Haltung, die es erlaubt, die eigene Gravitation im Raum selbst zu bestimmen und zu kontrollieren. Diese Möglichkeit wird uns auf flachem Boden nie wirklich bewusst. Auf einer Schräge entwickelt sich sofort ein Spiel mit der Schwerkraft, die sich manipulieren lässt. Verlagert man die Schwerkraft nach vorne, beschleunigt der Körper, verlagert man sie nach hinten, verlangsamen sich alle Bewegungen. Man spielt mit den eigenen Fliehkräften. 

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Tanz Juni 2019
Rubrik: Praxis, Seite 64
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