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thin skin – marco goecke

Etwas Dünnhäutiges hat er schon, schließlich ist Marco Goecke kein Durchschnittschoreograf wie so viele andere. Seine Stücke, inzwischen mehr als fünfzig an der Zahl, gehen unter die Haut. Nicht zuletzt unter die eigene. Und deshalb haben alle mehr oder weniger erkennbar auch mit seiner Befindlichkeit zu tun, selbst wenn es für einen Titel wie «Thin Skin» noch einen anderen Grund geben mag.

Vor gut einem Jahr hat er beim Nederlands Dans Theater die gleichnamige Kreation zu Songs der Punk-Ikone Patti Smith geschaffen, kompromisslos wie immer und zugleich so schonungslos sich selbst gegenüber, dass es einen beim Betrachten fast schmerzt. Das sichtbar zu machen, gelingt Manon Lichtveld und Bas Westerhof, die Marco Goecke nicht einfach bei der Arbeit an «Thin Skin» beobachtet haben. Sie lassen zumindest ahnen, wie sich Angst manchmal in Schönheit verwandelt. Vorausgesetzt: Man choreografiert so wie Marco Goecke. Am 29. Mai, 23.35h, arte.tv

Screening
London, Royal Opera House, Live-Kinoübertragungen, www.rohkino.de (tanz 3/14)
18. Mai, 20.15h: «Frankenstein», neues Ballett von Liam Scarlett (siehe Highlights)
Sankt Petersburg, Mariinsky-Theater, Shchedrin ...

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Tanz Mai 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 50
von

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