Schwerin: Jutta Ebnother «Die Schöpfung»

Immer wieder rollt eine blaue Kugel über die Bühne. Der blaue Planet als Spielball derer, die ihn bewohnen, benutzen, verschmutzen und zerstören, anstatt ihn zu bewahren? Es gehört schon Mut dazu, ein Ballett zu Joseph Haydns Oratorium «Die Schöpfung» von 1799 zu kreieren. Jutta Ebnother, seit zwei Jahren Leiterin des Schweriner Ballettensembles, hat sich der Herausforderung, ein Werk voller Vertrauen auf göttliche Vollkommenheit tänzerisch zu fassen, mit Erfolg gestellt.

Auch weil sie sich freimacht von der Vorgabe, die Uwe Scholz mit seiner Zürcher «Schöpfungs»-Choreografie von 1985 getätigt hat. In kosmischer Ausstattung von rosalie setzte er vor allem darauf, musikalischen Linien in neoklassischer Manier zu folgen und die Schönheit tänzerischer Ordnung zum Lobgesang auf das göttliche Schöpfungswerk zu erheben.   

Jutta Ebnothers Choreografie – sensibel begleitet von der Mecklenburgischen Staatskapelle unter Michael Ellis Ingram, Opernchor, Singakademie und Mitgliedern aus Jugendchören in der Einstudierung von Joseph Feigl – ist jenseits von jeglicher Frömmigkeitsidylle entstanden. Sie vermeidet es, den musikalischen Fluss der Erzählungen und Betrachtungen von der biblischen ...

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Tanz Mai 2018
Rubrik: Kritik 5/18, Seite 45
von Boris Gruhl