Schöner Bruch

Tanz - Logo

Nadine Ijewere war 2019 weltweit die erste schwarze Fotografin, die ein Cover für die «Vogue» fotografieren durfte. 2019 war auch das Jahr, in dem afrikanische Modemacher international Furore machten, als ihre nur scheinbar traditionellen Schnitte und Muster als Ausdruck ihrer Identität auch bei den Modekonzernen Anerkennung fanden.

Nadine Ijewere, mit nigerianischen und jamaikanischen Wurzeln in London aufgewachsen, hatte zuvor am dortigen Modecollege Fotografie studiert.

Und sich von Anfang an spezialisiert: auf nicht-weiße Models, die sie auch gern tanzen lässt, um ihnen ihren Charme und ihre Unvollkommenheit zurückzugeben. In ihren fotografischen Serien widersetzt sie sich den inszenierten Schönheitsnormen der Industrie und liefert als farbenfrohen Gegenentwurf lauter Androgyne, Sommersprossige, Verschleierte – die ganze Buntheit einer meist weiblichen Welt. Sie lockt sie aus der Pose heraus, um mit körperlichem, also tänzerischem Selbstbewusstsein der Kamera und damit der Welt entgegentreten zu können.

«The Misrepresentation of Representation» hat Ijewere eine frühe Serie genannt – nicht ohne Wut. Schwarze Kulturen unterliegen den Klischees aus Stammesritualen, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2021
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Redaktion

Weitere Beiträge
Screening 8/21

HIP-HOP
Das Netz wird zum Battle-Hotspot: Arte zeigt im Rahmen eines Programmschwerpunkts ab September nicht nur Mathieu Kassovitz’ preisgekrönten Spielfilm «Hass», sondern online gleich mehrere Formate, die um Breaking (tanz 7/21) kreisen. So porträtiert die siebenteilige Webserie «Bboys & Bgirls Africa» den internationalen Aufstieg einer Szene mit ausgesprochen...

Hlín Hjálmarsdóttir «Riptide»

Wie ein Fanal hängen die Trümmer einer explodierten Welt über der Szene: Das apokalyptische Bühnenbild von Martin Bergström prägt «Riptide», eine als Film entstandene Uraufführung der bis dato relativ unbekannten Isländerin Hlín Hjálmarsdóttir. Frei und fließend, gar nicht mit der grotesken und erdgebundenen Tönung vieler nordischen Choreografen, zeigt sie in einer...

Hirn-Tattoos

Was hat man nicht alles vergessen! So viele Schritte, Tänzer, Choreografien, Performances in den letzten Jahren gesehen, und wer oder was davon hat Spuren hinterlassen? Es ist beschämend. Das allerdings dürften wohl die wenigsten Augenzeugen wieder aus ihrem Kopf kriegen: Eine Frau hämmert sich mit sachten Schlägen einen acht Zentimeter langen Zimmermannsnagel ins...