Reise ins Unbekannte
«Giselle» ist der romantische Klassiker schlechthin: Winzermädchen verliebt sich in Adligen, erkennt seinen Betrug, stirbt des Wahnsinns und spukt fortan durch ein Geisterreich untoter Frauen – bis es schlussendlich den Galan vor der tödlichen Gefahr durch die Zombies bewahrt. So weit in aller Kürze die Handlung des 1841 in Paris uraufgeführten Zweiakters, der vielfach neu aufgelegt wurde.
David Dawsons Version von «Giselle» gehört dank der zeitgenössisch ausgerichteten und gleichwohl traditionstreuen Choreografie seit der Premiere 2008 zu den Bestsellern des Repertoires beim Semperoper Ballett in Dresden. Natürlich gibt es bei so langer Spieldauer immer wieder neue Besetzungen, was dazu führt, dass man auch immer wieder neue Facetten und Aspekte der Inszenierung und ihrer Figuren entdeckt. So auch jüngst, als die russische Starballerina Maria Kochetkova als Giselle in Dresden debütierte. Ihr zur Seite: Jón Vallejo als Albrecht – ebenfalls ein Rollendebüt. Und siehe da: Die beiden geben ein ideales Paar, so wie es sich David Dawson vorgestellt haben mag, der die Idee hatte, Kochetkova und Vallejo zusammenzuspannen. Allerdings war es zunächst die Ballerina, die – bislang dank ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Warum, fragt man sich irgendwann an diesem Abend, kommen die politischsten Schocker der europäischen Tanzgegenwart ausgerechnet aus Großbritannien? Von Kompanien und Choreografen, die frei flottieren, die weder erkleckliche Subventionen kassieren noch an festen Häusern residieren, aber Kunst mit ebenso viel Engagement betreiben wie Community-Arbeit und insofern an...
Kein Conférencier, keine Witze, keine «Tada-Gesten» («seht her, ich hab’s geschafft»), keine Handlung, nicht mal Nummern – kein Zirkus, nichts von dem, was das Varieté sonst so berechenbar in akrobatische Miniaturen zerlegt. Stattdessen sehen wir: reine Choreografie für ein geschlossenes Ensemble ohne Stars. Tapfere acht plus ein Musiker, alle aus dem australischen...
Caravan und Connemara! Das scheint der Arbeitsplatz zu rufen, zu versprechen, zu mahnen, zu wünschen. Ein Pappschild, an die Wand geklemmt, ein Buch auf dem Schreibtisch von Yvonne Whyte in einem der großen Büroräume von PACT Zollverein. Ansonsten sieht es hier mit Bildschirm und Papieren ganz unspektakulär nach Arbeit aus. Ohne Yvonne Whyte würde bei PACT nichts...
