Schatzkiste

Der Erinnerungsband des Fotografen James Klosty dokumentiert die wohl schöpferischste Phase des Tänzers und Choreografen Merce Cunningham: eine vielstimmige Hommage in Wort und Bild. Von Wendy Perron

Eine der fruchtbarsten Perioden der Merce Cunningham Dance Company waren die späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre: Cunningham brillierte als Tänzer, und sein Lebensgefährte, der Komponist und Philosoph John Cage, fuhr noch höchstpersönlich den gemeinsamen VW-Tourbus. Es war die Zeit, in der die Kompanie einige der wohl ikonischsten Werke des zeitgenössischen Tanzes schuf und performte.

 

Es ist ein Glück, dass der junge Fotograf James Klosty die Kompanie – ein Ensemble höchst individueller Tänzerpersönlichkeiten – zwischen 1967 und 1972 als Chronist mit der Kamera begleitete. In der Einleitung zu seinem bereits 1975 erschienenen Buch «Merce Cunningham» schrieb Klosty, dass – auch wenn der Choreograf gerne mit Musikern und Bildenden Künstlern zusammenarbeitete – die Tänzerinnen und Tänzer doch unleugbar seine «einzig wahren Mitstreiter» waren. Das sollte sich späterhin ändern, und zwar in dem Maße, wie der Altersunterschied zwischen Cunningham und den Tänzern wuchs. Umso wertvoller sind heute die fotografischen Zeitdokumente, die wir Klosty verdanken.

Sinnliche Intensität

Zum Cunningham-Centennial im vergangenen Jahr hat der Fotograf die ursprüngliche Publikation überarbeitet, ...

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Tanz Mai 2020
Rubrik: Traditionen, Seite 42
von Wendy Perron

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