Rami Be’er

Tanz - Logo

Die tödlichen Krater neben dem Haus des Choreografen sind längst wieder zugeschüttet, und nichts erinnert daran, dass hier vor kaum einem Jahr libanesische Raketen einschlugen. Wenn Rami Be’er durch die grüne, nach Blumen und leichtem Moder duftende Stille des Kibbutz Ga’aton zu dem abgenutzten Trainingssaal geht, geht er wie durch ein Ferienidyll, ein Künstlerparadies, eine Zuflucht vorm Lärm der Gegenwart. Es ist aber das ständig von Zerstörung bedrohte Zuhause eines Tanzensembles, das auf allen Kontinenten gefeiert wird, und doch immer wieder nach Israel zurückkehrt.

«Wir leisten unseren bescheidenen Beitrag, die Welt ein bisschen schöner zu machen», sagt Rami Be’er, der die berühmte Kibbutz Contemporary Dance Company leitet, auf dem Berg Ga’aton, acht Kilometer südlich der Grenze zum Libanon, «man muss das Wagnis des Friedens eingehen.» Eine Flucht aus der lieblichen Hügellandschaft Galiläas erschiene dem sanften Mann wohl wie eine Kapitulation vor der gewaltsamen Wirklichkeit der Zweiten Intifada, ein Verrat auch an den Friedenshoffnungen seiner Eltern, die vor 60 Jahren aus Europa hierherkamen, um sich ein neues Zuhause zu schaffen. Der Vater, ein Architekt, entwarf viele der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2007
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 113
von Evelyn Finger

Vergriffen
Weitere Beiträge
Repeating

Theatre is a filthy art. an art infected by life. borne by actors who cannot escape their human form, their weight, the span of their limbs, their genitals. We watch a body as it sweats, exudes its aura, attracts or repels us. Theatre is a carnivorous medium, feeding on bodies. Bodies out of control. Bodies oblivious to rules, naïvely arousing their own lust....

Aaron S. Watkin

Gut, sein ambitioniertes «Dornröschen» zum ersten Spielzeitschluss ist Aaron S. Watkin ganz und gar missglückt. Aber es ist nicht das erste Mal, dass man einen guten Dramaturgen für Handlungsballette vermisst. Und auch nicht jeder Kompanieleiter muss begnadet choreografieren können. Doch abgesehen von diesem ästhetisch ärgerlichen Ausrutscher, hat der beim National...

Alex Wengler

Die Moving Shadows um Alex Wengler: Im Frühling lud das Londoner Sadler’s Wells die österreichischen Urban Dancer zum heiß begehrten, weil hochkarätig besetzten Breakin’ Convention-Festival. Unter dem Titel « Ballett für B-Boys» schrieb der Spiegel: «Bei experimentelleren Gruppen war der Überraschungs-Faktor hingegen hoch. Die österreichische B-Boy-Gruppe Moving...