Rami Be’er
Die tödlichen Krater neben dem Haus des Choreografen sind längst wieder zugeschüttet, und nichts erinnert daran, dass hier vor kaum einem Jahr libanesische Raketen einschlugen. Wenn Rami Be’er durch die grüne, nach Blumen und leichtem Moder duftende Stille des Kibbutz Ga’aton zu dem abgenutzten Trainingssaal geht, geht er wie durch ein Ferienidyll, ein Künstlerparadies, eine Zuflucht vorm Lärm der Gegenwart. Es ist aber das ständig von Zerstörung bedrohte Zuhause eines Tanzensembles, das auf allen Kontinenten gefeiert wird, und doch immer wieder nach Israel zurückkehrt.
«Wir leisten unseren bescheidenen Beitrag, die Welt ein bisschen schöner zu machen», sagt Rami Be’er, der die berühmte Kibbutz Contemporary Dance Company leitet, auf dem Berg Ga’aton, acht Kilometer südlich der Grenze zum Libanon, «man muss das Wagnis des Friedens eingehen.» Eine Flucht aus der lieblichen Hügellandschaft Galiläas erschiene dem sanften Mann wohl wie eine Kapitulation vor der gewaltsamen Wirklichkeit der Zweiten Intifada, ein Verrat auch an den Friedenshoffnungen seiner Eltern, die vor 60 Jahren aus Europa hierherkamen, um sich ein neues Zuhause zu schaffen. Der Vater, ein Architekt, entwarf viele der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Born in Varese in 1946, Terabust trained at the Opera di Roma ballet school and became étoile at the Rome Opera House in 1972. She is the VIP 2007 of the Italian ballet world. Recently appointed director of La Scala Company, to start on 1st September 2007, she takes over from Frédéric Olivieri, who has been appointed director of the Milanese ballet school following...
Selten sah man einen Künstler so intelligent, so erschreckend, so komisch und noch dazu so liebenswert scheitern. Nicht etwa, dass Tarek Halaby einen Mitleidsbonus hätte. Bei ihm ist Resignation ein künstlerisches Konzept und Stilmittel. Kein Wunder, ist sein Thema doch der israelisch-palästinensische Konflikt. Eine ganze Performance handelt davon, dass es ihm...
Da ich nicht weiß, inwieweit ich von der Kenntnis meiner Inszenierungsarbeit ausgehen kann, vor allem der Arbeit vor 1990, möchte ich zuallererst sagen: Ich befand mich in der Notsituation, mir einen bestimmten, wenn auch sehr wichtigen Aspekt meiner künstlerischen Arbeit – den Umgang mit dem Faktum ZEIT – so stark ins Bewusstsein zu heben, dass ich schon Angst...
