Prozess: Der Fall Jan Fabre
Belästigung, Erniedrigung, Psycho-Spielchen und sexuell übergriffiges Verhalten abseits der Bühne: So lauteten die Vorwürfe, mit denen Jan Fabre von einer Gruppe ehemaliger Mitglieder seiner Antwerpener Kompanie Troubleyn in einem offenen Brief konfrontiert wurde, erschienen im belgischen Kunstmagazin «Rekto:Verso» (tanz 11/18).
Unmittelbarer Auslöser des Protestschreibens war ein Fernseh-Interview, in dem der Choreograf ausdrücklich betont hatte, solcherlei Verhalten niemals an den Tag gelegt zu haben, wenngleich er einräumte, dass zwischen Kompanieleiter und Performer*innen durchaus eine Art «geheimer Bindung» bestehe.
Auch wenn es in der Folge zu überfälligen Kurskorrekturen bei Troubleyn kam, war der Kollaps der Kompanie nicht mehr aufzuhalten. Fabre selbst verschwand gänzlich von der Bildfläche, ließ aber durch einen Sprecher seine Unschuld beteuern – Worte, deren Wahrheitsgehalt ein beträchtlicher Teil der flämischen Kunstszene anzweifelt. Doch nicht nur einzelne Kunstschaffende kehren dem 62-Jährigen den Rücken. Auch führende Kultureinrichtungen reagieren. So das Antwerpener Kunstzentrum deSingel, mit dem Fabre über Jahre als Associate Artist zusammenarbeitete: Es hat seine ...
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Tanz November 2021
Rubrik: Hinter den Kulissen, Seite 48
von Pieter T‘Jonck
Düsseldorf & Duisburg
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