Praxis klein 4/22

Neue Tanzgruppe
Parasol am Tanzquartier Wie
n
Wien hat eine neue Tanzkompanie! Sie trägt den etwas doppeldeutigen Namen «Parasol». Im Französischen heißt das Sonnenschirm, und bei Pilzfreunden ist der Parasol als «Gemeiner Riesenschirmling» bekannt, der vor allem paniert und gebraten ganz köstlich mundet. Delikat könnten auch die künftigen Arbeiten der institutionell gebundenen Gruppe werden, die unter der Schirmfrauschaft des Tanzquartier Wien steht.

Parasol wurde von Intendantin Bettina Kogler ins Leben gerufen, nachdem das Haus nun die erste richtige Budgeterhöhung seit seiner Eröffnung vor rund 20 Jahren erhalten hat.

Die Company besteht aus fünf jedes halbe Jahr wechselnden Tänzerinnen und Tänzern. Im Gründungsensemble finden sich Alex Bailey, Camilla Schielin, Júlia Rúbies Subirós, Shahrzad Nazarpour und Theresa Scheinecker. Die künstlerische Verantwortung übernehmen jährlich zwei Choreografierende: Den Anfang macht der in Berlin lebende Österreicher Ian Kaler, und im zweiten Halbjahr wird die ehemalige Rosas-Tänzerin Alix Eynaudi mit neuen, von ihr ausgewählten Mitgliedern der Gruppe arbeiten. Parasol soll den bekannt abenteuerlichen, oft armseligen Arbeitsbedingungen von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2022
Rubrik: Praxis, Seite 64
von Helmut Ploebst

Weitere Beiträge
Adrienne Hód «Harmonia»

Eine Probe. Die Tänzer*innen sind im Raum verteilt, zwei massieren sich, eine macht Dehnübungen, und eine probiert Figuren zu einem Online-Tutorial, Plié, Relevé, Contretemps. Nicht schlecht, was Yanel Barbeito da performt. Aber: Sie entspricht nicht dem Bild einer Tänzerin, die klassische Bewegungen vollführt. Barbeito hat eine sichtbare Behinderung, eine...

Christian Rizzo «Miramar»

Der Einfluss von Putins Ukraine-Krieg auf das Tanzschaffen beginnt bei Christian Rizzo: an einem imaginären Strand. Denn «miramar» bedeutet: das Meer anschauen. Einen Ort des Friedens wollte der Leiter des Centre chorégraphique national von Montpellier schaffen. Zum Beispiel: einen Strand, wo Menschen sich öffnen, einander betrachten oder in sich gehen. Auf der...

Highlights 4/22

Schweiz
STEPS
Das Schweizer Tanzfestival «Steps» steht dieses Jahr unter dem Motto «Neue Perspektiven» – und das ist wörtlich gemeint. «Wie verändert sich der Blick auf den Tanz, wenn man ihn nicht im herkömmlichen Bühnensetting erlebt?», fragt die künstlerische Leiterin Isabella Spirig. Und natürlich erwartet man dann, dass internationaler Tanz in ganz abwegigem...