Pausieren
Philosophie und Tanz – beide befassen sich mit der Zeit der Bewegung. Die Philosophie tut dies kognitiv – auf dem Weg des Denkens etwa von Paradoxien wie Zenons berühmter Beweis, dass Achill die Schildkröte nie wird einholen können. Der Tanz hingegen, als eine Zeitkunst, arbeitet mit Bewegung, körperlich gestalteter Zeit. George Balanchine hat, aus diesem Wissen um die Zeitgestaltung, seine Zusammenarbeit mit Igor Strawinsky begründet: Strawinsky sei ein begnadeter «Schöpfer von Zeit».
Dabei enthält die Zeitgestalt des Tanzes immer auch jene Zeit-Ausschnitte, die den Bewegungsfluss unterbrechen; jene Momente, die in der Musik «Pause» oder «Fermate» heißen: Zeit-Ausschnitte der Nicht-Bewegung im Tanz. Das Anhalten der Bewegung – ein «still» im Tanz-Verlauf – zeigt sich in unterschiedlichen Stilformen und Varianten als Pose, sei es im Ballett, im Tanztheater oder im «posing» der Breakdancer. Der Begriff Pose (italienisch: posa) hängt wortgeschichtlich mit der aus dem lateinischen stammenden Bezeichnung Pause, d. h. «Unterbrechung, Innehalten, kurze Zeit der Rast», zusammen.
Es verwundert nicht, dass just seit jener Zeit, als sich zu den «alten» Zeitkünsten eine neue einfand, nämlich ...
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Oleg Levenkov ist eine einzigartige Persönlichkeit. Der einstige Tänzer des Permer Theaters für Oper und Ballett (eines der besten in Russland) ist heute ein äußerst bemerkenswerter Repräsentant russischer Kultur. Er verbindet umfangreiche theoretische Kenntnisse auf dem Gebiet der Choreografie, Ästhetik und Philosophie mit einem gewaltigen Organisationstalent....
A Star is born, und wenn der Eindruck beim Bolshoi-Gastspiel in Baden-Baden und München nicht täuscht, haben wir es bei Natalia Osipova mit einer fixen Größe am Balletthimmel zu tun. Kometenhaft ist die inzwischen 21-Jährige seinerzeit aufgetaucht, und schon als Gruppentänzerin des Moskauer Bolshoi debütierte sie im November 2005 an der Seite von Andrei Bolotin als...
Dance is movement of the human body in time and space. With the two, time and space, I find the first to be more flexible. We can divide time in a freer way, in a more varied and complex way, and still make clear what is being done, while with space we can certainly be complex within the prescribed area, but it can look, not so much complex, as confusing.
The...
