Pam Tanowitz «Secret Things/Everyone Keeps Me»
Vertrautes klassisches Schrittmaterial auf unvertraute Weise zeitgemäß verpackt: Nichts weniger bietet dieses einstündige, filmisch erweiterte Doppelprogramm mit Tanzkreationen von Pam Tanowitz am Royal Ballet London. Den Anfang im Linbury Theatre macht «Secret Things», choreografiert zu Klängen der Komponistin Anna Clyne, deren Streichquartett «Breathing Statues» von den Pausen in Beethovens «Großer Fuge» inspiriert ist – von Momenten der Stille, die Clyne als «Atmen» der Musik bezeichnet.
Tanowitz legt Wert auf eigenwillige Auftritte und Abgänge: Hannah Grennell erscheint in «Secret Things» zunächst ganz beiläufig neben den vorzüglichen Musiker*innen im Parkett und betritt erst dann die Bühne. Ähnlich nonchalant die Schlussszene: Liam Boswell liegt alleine auf der Bühne und pfeift, bevor er schließlich lässig davonschlendert. In «Dispatch Duet», als filmisches Interlude eingespielt, lässt Tanowitz die Tänzer*innen am Schluss in einem Fahrstuhl verschwinden.
Auffälliger noch als die Reihe von Drehungen und statuarischen Posen in Grennells Eingangssolo ist ihre Kostümierung im gelb-glitzernden Playsuit und ebensolchen Stulpen, die nur bis zum Knie reichen und wie eine ...
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Tanz März 2023
Rubrik: Kalender, Seite 41
von Graham Watts
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