oslo: Øyen, Scarlett et al.: «Fokines Verden»
Nach einjähriger Vorbereitungszeit geht Ingrid Lorentzen in die Vollen: Ein Blick zurück soll es sein und zugleich einer nach vorne, und dieser Kraftakt kennzeichnet ihre erste richtige Spielzeit als Direktorin des Nasjonal Balletten in Oslo: Gleich fünf Uraufführungen zu Anfang untermauern den Anspruch, auch international ein Zeichen des Aufbruchs zu setzen, wenngleich einen im Namen Fokines. Dazu gibt es u. a. eine Neuinszenierung von «Orfeus og Evrydike» als Koproduktion mit der Norwegischen Oper, die der neue Hauschoreograf Jo Strømgren verantwortet, und als Highlight am 26.
April «A Swan Lake» von Alexander Ekman: keine Klassikeraufführung, wie man vielleicht meinen sollte (einen traditionellen «Schwanensee» hat man in Oslo auch weiterhin im Repertoire); vielmehr der waghalsige Versuch, die Umstände seiner Moskauer Uraufführung zu vergegenwärtigen – frei fantasiert zu einer Auftragsmusik von Mikael Karlsson.
«Fra Ildfuglen til Petrusjka» heißt es im Untertitel vielversprechend, und der zweite Haus-Choreograf der Kompanie, Alan Lucien Øyen, inszeniert zum Auftakt einen «Petruschka», der das Original nicht verleugnet. Schließlich muss man sich ganz schön auf die Hinterbeine ...
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Tanz November 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Hartmut Regitz
Im zurückliegenden August feierten Astronomen rund um den Globus eine Sensation: Am nördlichen Firmament wurde im Sternbild Delphin ein neuer Stern entdeckt. Exakt zur selben Zeit pries ein britischer Kritiker, der über das Londoner Gastspiel des Bolshoi-Ensembles berichtete, «einen leuchtenden neuen Star am Bolshoi-Himmel», eine in «strahlendem Glanz aufsteigende...
Sie haben beim diesjährigen «ImPuls Tanz»-Festival einen Workshop gegeben und dabei polynesische Tänze aus dem «Rapa Nui Repertoire» – vor allem den dionysischen Kriegstanz Hoko und den apollinisch verklärten, auch Handtanz genannten Aparima – unterrichtet. Wie steht es mit der Tanztradition auf Rapa Nui, der Osterinsel?
Als wir in den 1990er-Jahren begannen, nach...
Die Rippen werden aufgebogen, Sehnen und Bänder weich, die Schambeinfuge weitet sich: Eine Schwangerschaft transformiert den Körper radikal. Für Ballett-Tänzerinnen bedeutet sie eine lange Pause, bisweilen auch den Abschied – obwohl sie sich längst nicht mehr unbedingt zwischen Kind und Karriere entscheiden müssen. Die Kompanien in Berlin und München etwa...
