Newcomer, Abschied, Snippets 6/18

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Newcomer: Agata Siniarska

Eine gute Schauspielerin kann auf Kommando weinen und echte Tränen vergießen. Man sagt diesem Beruf deshalb nach, er würde die Echtheit der Gefühle ruinieren. Auch das Klageweib ist ein Beruf, zumal in Afrika. Dort weiß jeder, dass Weinen und Schluchzen, mit viel körperlicher Übung erzeugt, ansteckend wirkt. Es bedarf dazu nur einiger Atem-Koordination und präziser Muskelkontraktion, Mittel, die sich dem Tanz zuschreiben lassen.

Agata Siniarska aus Polen und ihre Partnerin Mădălina Dan aus Rumänien haben es darin zu einiger Meisterschaft gebracht. Für ihr Stück «Mothers of Steel» jammern, schluchzen und röcheln die beiden mit so hinreißender Ausdauer und Virtuosität, dass es auf kleinstem Raum verstörend wirkt, auf großer Bühne aber auch zum Lachen reizt. Dabei ist ihr Thema ernst: Es geht, wie der Titel sagt, um ihre Mütter, die nach Stalins Tod aus den Fabriken, wo sie als Arbeiterinnen einen Moment der Emanzipation erlebten, zurück in die dörfliche Enge getrieben wurden, ohne Ausbildung, ohne Reisefreiheit, weit weg von Frauenrechten. «Sie haben gelitten», sagt Siniarska und klagt, dass das Bild der Frau im Kommunismus bis heute geschönt werde. Auf ...

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Tanz Juni 2018
Rubrik: Menschen, Seite 32
von

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