nacho duato
Die Federn der Fachpresse wider seine Berufung sind gespitzt, manches Messer zum genüsslichen Tranchieren der Personalie scheint dauergewetzt. Über seinen Zenit als Choreograf sei er hinaus, wird gewettert. Rein sachlich tritt Nacho Duato als neuer Intendant beim Staatsballett Berlin ein zwiespältiges Erbe an. Er übernimmt eine formidable, konkurrenzfähige Kompanie. Ob sie, wie es Vorgänger Vladimir Malakhov seinerzeit beim Amtsantritt versprach, zum Halbdutzend der führenden Truppen auf diesem Planeten gerechnet werden kann, ist Ansichtssache.
Fairerweise belässt Duato sie vorerst in ihrer derzeitigen Konstellation, sieht man von Kündigungen in der Gruppe und dem Weggang der Ersten Solisten Rainer Krenstetter und Wieslaw Dudek ab. Schwieriger steht es ums Repertoire, das eine romantisierende Dekade lang das wenig ertragreiche Experimentierfeld des choreografierenden Intendanten war. Das Staatsballett darf nun nicht zum Duato-Memorial werden. Maßstab muss das ähnlich ausgerichtete, wenngleich personell fast doppelt so starke Ballett der Pariser Oper mit seinem stilistisch einzigartig vielfältigen Spielplan sein. Dass dort mit Benjamin Millepied ebenfalls ein neuer Direktor ...
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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 156
von Volkmar Draeger
Bis heute lebt das Stuttgarter Ballett von John Crankos wenigen Werken. Wohl entsteht hier ständig Neues, aber die berühmten Handlungsballette – von «Romeo und Julia» (1962) über «Onegin» (1965) bis «Der Widerspenstigen Zähmung» (1969) – sind seit dem Tod des Choreografen im Jahr 1973 der finanziell stets einträgliche Grundstock der Kompanie und auch der Grund,...
Eigentlich ist er Theaterregisseur, aber seine Arbeit ist so choreografisch, dass sie auch die Tanzgemeinde begeistert. Bilder aus Bewegung, Licht, verschlüsselter Handlung und beklemmender Atmosphäre. Ein verwischter Spuk wie aus einer Schreckenskammer, umstellt von Videoscreens mit Großaufnahmen von Insekten, deren aggressives Angriffssummen die Stille...
Mit Meg Stuart ein Gespräch zu führen, katapultiert auf eine andere Wahrnehmungsebene. Sie lebt nicht im Linearen, reiht ungern Wörter zu eindeutigen Sätzen aneinander. Lieber ruft sie zwei, drei Substantive oder Adjektive auf, um deren paradigmatische Qualitäten durchzuspielen. Vertikal wandert sie um ein Wort herum und ersetzt es durch Synonyme, generiert eine...
