Montclair On Tour: «Figure a Sea»
Sage und schreibe sechs Bartträger auf der Bühne – das war einsamer Rekord beim Berliner Festival «Tanz im August». Errungen hat ihn das schwedische Cullberg Ballet mit «Figure a Sea»: Choreografie von Deborah Hay, Komposition von Laurie Anderson. Was nicht zuletzt jede Menge Künstlerkollegen ins Haus der Berliner Festspiele zog, schließlich handelt es sich bei den Damen um eminente Vertreterinnen jener Epoche, die als «Postmoderne» längst in Nachschlagewerken aller Art verzeichnet ist. Der Publikumsandrang beantwortete die Frage, ob Leute, die 1960ff.
Begeisterungsstürme entfesselten, heute noch von Interesse sind. Und die Aufführung, die ab Dezember wieder in Europa zu sehen ist, hat diesen Zulauf verdient. «Figure a Sea» ist ein zartes und zärtliches Stück, klug dazu und ausgesprochen anregend.
Denn die 18 Tänzerinnen und Tänzer tupfen eine Stunde lang Bewegungen auf die Bühne wie auf eine Leinwand. Dabei wirken sie selbst, als habe jemand die senkrechten, mit Köpfchen versehenen Striche von Robert Rauschenbergs Bleistiftzeichnung «Eden» heruntergepustet, auf dass sie sich verselbstständigen. Rauschenberg gehörte wie Merce Cunningham und John Cage jenem legendären New Yorker ...
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Tanz Oktober 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 48
von Dorion Weickmann
Seit 2013 leitet Robert Swinston das Centre National de Danse Contemporaine (CNDC) in Angers. Seine Nominierung löste damals diskreten Zoff aus. Die Stadtväter von Angers hofierten den Amerikaner. Paris hustete: Was bitte sollte Merce Cunninghams langjährige rechte Hand, fast schon sein Ziehsohn, der noch nie in einer anderen Tanzwelt gelebt hatte, an einem CNDC,...
im november: claire cunningham
Claire Cunningham hat ein Handicap. Wenn sie tanzt, dann mit Krücken. Jess Curtis hat nun gemeinsam mit ihr ein neues Werk geschaffen: «The Way You Look (At Me) Tonight». Der Titel bringt es bereits auf den Punkt: Wenn wir einen Körper sehen, bewerten wir ihn. Aber nach welchen Maßstäben? Nach welchen Kriterien beurteilen wir...
Diesmal zeigt sie ihr Gesicht. Und sie betört mit rockiger Stimme. Miet Warlop wechselt in ihrer jüngsten Produktion «Fruits of Labor», die beim «Internationalen Sommerfestival» in Hamburg Deutschlandpremiere feierte, von der anarchisch bunten Splattershow ins düstere Hard-Rock-Ambiente. Versteckten sich zuletzt in ihrem Erfolgsstück «Mystery Magnet» noch seltsam...
