Mit Haut und Haar

Chicago, Stockholm, Berlin – und jetzt Reset: Gleicher Standort, aber raus dem Staatsballett und rein in Sharon Eyals Kompanie L-E-V. Johnny McMillan fällt auf, als Tänzer, als Choreograf. Getroffen hat ihn Dorion Weickmann

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Da steht er also, auf Abschiedstour mitten in der Kantine der Deutschen Oper – ein Hauch von Edelrestaurant mit angeschlossenem Theatertreff. Gerade hat Johnny McMillan sein Fach ausgeräumt, sich von den meisten Kolleg*innen verabschiedet, die eine oder andere Träne verdrückt – «sentimental journey». Am Abend wird er noch mal mit den anderen auf der Bühne stehen, in Pina Bauschs «Frühlingsopfer», dann ist endgültig Schluss. Aus und vorbei, nach fünf Jahren Zugehörigkeit zum Staatsballett Berlin geht der Kanadier neue Wege. Zumindest arbeitgebertechnisch.

Er hat bei L-E-V angeheuert, der Kompanie von Sharon Eyal und Gai Behar, einer lockeren Agglomeration. Das Ensemble findet sich probe-, premieren-, eventund tourweise zusammen, weshalb McMillan seinen Wohnsitz in der deutschen Hauptstadt behält. Jetzt eine Bleibe hier aufgeben? Da wäre er schlecht beraten. Unter den Neuankömmlingen, die der frisch amtierende Intendant Christian Spuck geholt hat, grassierte gleich mal die notorische Wohnungsnot. Insgesamt 21 Tänzer*innen haben umgekehrt die Truppe verlassen, aber nicht wenige behalten mehr als nur einen Koffer in der Stadt.

Für Johnny McMillan gab es sowieso keine Alternative: Ein ...

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Tanz Oktober 2023
Rubrik: Menschen, Seite 33
von Dorion Weickmann

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