Marguerite Donlon «Lorca»

Osnabrück

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So kann man sich natürlich auch gegen Kritik immunisieren. «Ich wurde geboren als Dichter, als Künstler. Lass’ mir meine Flügel» lässt Marguerite Donlon zu Beginn ihres jüngsten Tanzabends am Theater Osnabrück ein Zitat von Federico García Lorca einspielen und stellt so von vornherein klar: Es geht hier um Kunst, um etwas, das nicht fassbar ist mit den Kriterien des Diesseits, jeder Versuch der Einordnung, Analyse, Kritik wäre ein Stutzen der Flügel des Künstlers. Und das kann doch niemand wollen.

Weswegen schon die Feststellung, dass Donlon Lorca vor allem als Stimmungslieferant benutzt, verwerflich ist. Aber es hilft ja nichts: Anders als Olaf Schmidt, der mit seiner Lüneburger «Bluthochzeit» (tanz 6/22) voriges Jahr Lorcas Biografie in den Werken des andalusischen Dichters spiegelte, geht es hier in erster Linie um Bilder, die sich mal aus dem spanischen Gedichttext, mal aus deutschsprachigen Prosapassagen in Tanzszenen von berührender Schönheit verwandeln. Denn das kann Donlon: trotz der Einschränkungen eines sehr kleinen Ensembles (gerade mal sieben Tänzer*innen sind in «Lorca» besetzt) ein Gesamtkunstwerk schaffen, das Licht (Ernst Schießl), Video (Lieve Vanderschaeve) und ...

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Tanz Mai 2023
Rubrik: Kalender, Seite 39
von Falk Schreiber

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